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Die Alben der Woche 22.11.2021 - 27.11.2021

Die Alben der Woche 22.11.2021 - 27.11.2021

Blockflötist Stefan Temmingh stellt Musik aus der fiktiven Bewerbermappe um die Stelle des Leipziger Thomaskantors 1723 zusammen, Geiger Christian Tetzlaff und der Pianist Lars Vogt spielen Beethovensonaten, Pianist David Fray widmet sich den Goldbergvariationen von Bach, Lautenistin Christina Pluhar besucht mit ihrem Ensemble L´Arpeggiata das musikalische Neapel und Mezzosopranistin Magdalena Kožená wird auf ihrem neuen Album nostalgisch.

"Nostalgia" mit Magdalena Kožená und Pianisten Yefim Bronfman

Die Sopranistin Magdalena Kožená hat ein Album mit dem Pianisten Yefim Bronfman aufgenommen. Darauf unter anderem Lieder von Modest Mussorgsky - und die sind eine Entdeckung, meint Marcus Stäbler.

"Dieses Lied ist für meine Ohren die größte Entdeckung auf dem neuen Album von Magdalena Kožená und Yefim Bronfman: „Nanuschka, erzähl mir das Märchen vom bösen Wolf!“. [...] Für Brahms würde ich persönlich andere Einspielungen vorziehen. Aber für die Lieder von Bartók und vor allem von Mussorgsky lohnt sich die Aufnahme auf jeden Fall!"

Cover: Nostalgia mit Magdalena Kožená; Interpretation: 4 Sterne, Repertoire: 4 Sterne, Klang: 4 Sterne

CD - Angaben:
Nostalgia - Lieder von Béla Bartók, Modest Mussorgsky, Johannes Brahms / Magdalena Kožená (Sopran); Yefim Bronfman (Klavier) / Pentatone PTC5186777

"Alla Napoletana" mit Christina Pluhar und "L’Arpeggiata"

Alte-Musik-Spezialistin Christina Pluhar hat sich mit ihrem Ensemble L’Arpeggiata dem typisch neapolitanischen Kunst- und Volksmusik-Mix aus dem 17. Jahrhundert gewidmet. Mit einem sehr empfehlenswerten Ergebnis, meint Jan Ritterstaedt.

"„Alla Napoletana“ ist ein sehr buntes, emotionales, temperamentvolles und stilistisch breit gefächertes Album. Christina Pluhar und ihr Ensemble L’Arpeggiata beweisen damit einmal mehr eindrucksvoll, wie willkürlich und vor allem unhistorisch unsere heutigen Genre-Grenzen eigentlich sind."

Cover: "Alla Napoletana" mit Christina Pluhar und "L’Arpeggiata"; Interpretation: 4 Sterne, Repertoire: 4 Sterne, Klang: 4 Sterne

CD - Angaben:
Alla Napoletana / L’Arpeggiata; Christina Pluhar (Ltg.) / Erato 0190296603617

Goldberg-Variationen mit David Fray

David Fray hat immer wieder mit Musik von Bach auf sich aufmerksam gemacht, mit den Goldberg-Variationen hat er sich jedoch Zeit gelassen – bis jetzt. Christoph Vratz stellt das neue Album vor.

"David Fray ist eine von Tief- und Feinsinn geprägte Aufnahme der Bachschen Goldberg-Variationen gelungen. Er beweist gedankliche Souveränität, Mut zu Individualität und stilistische Flexibilität, die sich nie beliebig wirkt. Ein pianistisches Kaleidoskop mit vielen bunten Details, die sich zu einem überzeugenden Ganzen fügen. Fray wird seinem Ruf als gehaltvollem Bach-Interpreten einmal mehr gerecht. Hoffentlich müssen wir jetzt nicht wieder mehrere Jahre warten, bis sein nächstes Solo-Album erscheint."

Cover: Goldberg-Variationen mit David Fray; Interpretation: 4 Sterne, Repertoire: 3 Sterne, Klang: 4 Sterne

CD - Angaben:
Johann Sebastian Bach: Goldberg-Variationen BWV 988 // David Fray (Klavier) // Erato CD 0190296606847

Beethoven-Sonaten mit Tetzlaff und Vogt

Jede Einspielung des Standardrepertoires setzt andere Schwerpunkte. Mit dieser Aufnahme leisten zwei Schwergewichte der Szene ihren Beitrag zum laufenden Diskurs der Beethoven-Sonaten. Magdalena Adugna meint, dass sich das Anhören lohnt.

"Christian Tetzlaff und Lars Vogt zeigen uns, wie viel Spaß man mit Beethovens Sonaten haben kann. Dass der schwermütige, heroische Beethoven nicht ausschließlich schwermütig und heroisch ist. Bei Tetzlaff und Vogt klingt es zumindest so, als ob der große Meister vielleicht auch mal bei dem ein oder anderen Einfall lauthals über sich selbst gelacht hat."

Cover: Beethoven-Violinsonaten mit Tetzlaff und Vogt; Interpretation: 4 Sterne, Repertoire: 3 Sterne, Klang: 5 Sterne

CD - Angaben:
Beethoven-Violinsonaten / Christian Tetzlaff (Geige); Lars Vogt (Klavier) / Ondine ODE 1392-2

"Leipzig 1723" mit Stefan Temmingh

Im Jahr 1723 wurde die Stelle des Thomaskantors in Leipzig neu besetzt. Beworben haben sich berühmte Kandidaten: Telemann, Graupner, Fasch und Bach. Blockflötist Stefan Temmingh spielt Musik aus der fiktiven Bewerbungsmappe, die sich Jan Ritterstaedt angehört hat.

"Der Ton von Stefan Temminghs Blockflöte klingt stets voll, nobel in der Tiefe und ein wenig hauchig, aber dafür nicht zu grell in der Höhe. Das Capricornus Consort Basel begleitet kammermusikalisch-dicht und mit vielen eigenen Akzenten. „Leipzig 1723“ - nicht nur ein musikgeschichtlich denkwürdiges Jahr, sondern auch eine rundum empfehlenswerte CD!"

Cover: "Leipzig 1723" mit Stefan Temmingh; Interpretation: 4 Sterne, Repertoire: 3 Sterne, Klang: 4 Sterne

CD - Angaben:
Leipzig 1723 / Stefan Temmingh (Blockflöte); Capricornus Consort Basel / Accent ACC 2437