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Die Alben der Woche 08.03.2021 - 12.03.2021

Die Alben der Woche 08.03.2021 - 12.03.2021

Benjamin Grosvenor spielt Klaviermusik von Liszt, das Trio Faust-Queyras-Melnikov legt eine weitere Aufnahme von Beethovens Tripelkonzert vor, drei neue CDs erinnern zum 100. Geburtstag an Astor Piazzolla und Bratschist Antoine Tamestit, Pianist Cédric Tiberghien und Bariton Matthias Goerne widmen sich der Kammermusik von Johannes Brahms.

Brahms mit Tamestit, Tiberghien und Goerne

Auf der neuen CD mit dem Pianisten Cédric Tiberghien macht der Bratschist Antoine Tamestit fabelhafte Ausflüge in die späte Kammermusik von Brahms und lotet dabei die verschiedensten Facetten seines Instrumentes aus. Daniel Finkernagel stellt das Album vor.

"Antoine Tamestit erzeugt auf seiner Stradivari den wohl weltweit edelsten Bratschen-Klang. Zum Glück widersteht er auf seiner Brahms CD mit dem Pianisten Cédric Tiberghien der Versuchung, sich ganz der romantischen Klangschönheit hinzugeben. Die beiden Franzosen schaffen es auf beglückende Weise, immer wieder Abgründe und Brüche hinter der vermeintlich romantisch-schönen Oberfläche durchklingen zu lassen."

Cover: Brahms mit Tamestit, Tiberghien und Goerne; Interpretation: 5 Sterne, Repertoire: 4 Sterne, Klang: 4 Sterne

CD - Angaben:
Johannes Brahms: Sonatas op. 120 / Antoine Tamestit, Viola & Cédric Tiberghien, Klavier - mit Matthias Goerne, Bariton / HMM 902652

Piazzolla-Neuerscheinungen

Astor Piazzolla gilt als Vater des Tango Nuevo. Am 11.03.2021 wäre der Argentinier 100 Jahre alt geworden. Zum runden Geburtstag erscheinen verschiedene Alben, die an ihn erinnern. Daniela Ziemann stellt drei davon vor.

"Das Patagonia Express Trio mischt Piazzolla mit Werken seines Freundes Gustavo Beytelmann und stellt so unterschiedliche Facetten des Tango Nuevo vor. Trompeterin Lucienne Renaudin Vary besucht Piazzolla, seine Weggefährten und die Komponisten, die ihn beeinflusst haben. Mit überschwänglichem Pathos. Und „Romance des Diablo“ mit dem Saxophonisten Marco Albonetti präsentiert die gelungene Übertragung von Piazzollas Bandoneon-Kompositionen auf das Saxophon."

Cover: Piazzolla-Neuerscheinungen; Interpretation: Patagonia Express Trio: 5 Sterne; Lucienne Renaudin Vary: 3 Sterne; Marco Albonetti: 5 Sterne

CD - Angaben:
CD 1:
Piazzolla Ruta 100 / Patagonia Express Trio / Berlin Classics 0301569BC
CD 2: Piazzolla Stories / Lucienne Renaudin Vary, Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo, Sascha Goetzel / Warner Classics 9029515563
CD 3: Romance del Diablo / Marco Albonetti, Orchestra Filarmonica Italiana / Chandos CHAN20220

Freiburger Barockorchester: Beethoven Tripelkonzert

Im vergangenen Sommer, nach dem ersten Lockdown, kam das Freiburger Barockorchester unter der Leitung von Pablo Heras-Casado in Berlin zusammen, um Beethovens Tripelkonzert aufzunehmen. Jetzt liegt das fertige Ergebnis vor. Christoph Vratz hat es gehört.

"Gerade diese Trio-Aufnahme ist mustergültig gelungen. Doch auch hier gilt: Verglichen mit früheren Aufnahmen des Trios Faust-Queyras-Melnikov gibt nur das Klangbild Grund zur Kritik. Am künstlerischen Ergebnis dieser neuen Produktion ändert das glücklicherweise nichts."

Cover: Beethoven Tripelkonzert, Freiburger Barockorchester; Interpretation: 4 Sterne, Repertoire: 4 Sterne, Klang: 3 Sterne

CD - Angaben:
Beethoven / Tripelkonzert C-Dur op. 56, Klaviertrio D-Dur op. 36 (nach der Sinfonie Nr. 2 op. 36) / Alexander Melnikov (Hammerflügel), Isabelle Faust (Violine), Jean-Guihen Queyras (Violoncello), Freiburger Barockorchester, Pablo Heras-Casado (Ltg.) / Harmonia Mundi HMM 3149020942734

Benjamin Grosvenor spielt Liszt

Schon mit 11 gewann er die BBC Young Musicians Competition, mit 19 trat er bei den legendären Londoner Proms auf. Der heute 28jährige Benjamin Grosvenor hat musikalisch viel zu erzählen, live und auf CDs. Elisabeth Richter stellt sein neues Liszt-Album vor.

"Über Technik spricht man nicht, man hat sie. Und Benjamin Grosvenor hat! Keine noch so höllisch vertrackten Oktavsprünge oder kunstvoll in ein komplexes Stimmengewebe eingearbeiteten Melodien sind für den britischen Pianisten zu schwer. Im Gegenteil, Grosvenor erlaubt sich eine delikate Agogik. Elegant, charmant sind seine Übergänge, niemals hört man des Guten zu viel. Er spielt faszinierend frei."

Cover:Benjamin Grosvenor - Liszt; Interpretation: 5 Sterne, Repertoire: 5 Sterne, Klang: 5 Sterne

CD - Angaben:
Liszt / Sonate h-Moll, Berceuse, 2 Petrarca-Sonette, Reminiscences de Norma, Ave Maria (Schubert) / Benjamin Grosvenor, Klavier / Decca 4851450