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Die Alben der Woche 04.01.2021 - 08.01.2021

Die Alben der Woche 04.01.2021 - 08.01.2021

Sopranistin Pia Davila erstellt mit ihrem Debüt eine ungewöhnliche musikalische Visitenkarte, das Album „Lost Prayers“ präsentiert Musik des Esten Erkki-Sven Tüür, Nikolai Lugansky spielt die späten Klaviersonaten von Beethoven und Pianist Oliver Triendl beschäftigt sich mit Musikerkolleg*innen mit der Kammermusik von Theodore Dubois.

Französische Kammermusik von Théodore Dubois

Bloß nicht so klingen wie Brahms oder Wagner sollte die Musik nach dem deutsch-französischen Krieg. Die Besetzung ist ungewöhnlich, das Zusammenspiel charmant, wenn auch harmonisch eher konservativ, so Jan Ritterstaedt.

"Makellos gelingt den Musikerinnen und Musikern das Zusammenspiel und auch die Intonation. Das Klangbild wirkt rund und ausgeglichen. Auch wenn Théodore Dubois Musik bewusst Extreme meidet: sie ist fantasievoll, harmonisch konservativ, aber stets charmant und elegant komponiert. Eine rundum gelungene CD, die man am besten nicht mit allzu „deutschem“ Ohr hören sollte"

Cover: Theodore Dubois - Piano Quartet & Piano Quintet; Interpretation: 4 Sterne, Repertoire: 3 Sterne, Klang: 4 Sterne

CD - Angaben:
Th. Dubois / Klaviequartett, Quintett für Klavier, Violine, Oboe, Viola, Cello / O. Triendl, N. Karmon, A. Kreynacke, J. Spahn, St. Schilli / cpo 9735541

Nikolai Lugansky spielt späte Beethoven-Sonaten

Mit besonderem Ausdruck und singenden Töne findet der russische Virtuose innige Farben in Beethovens letzten Klaviersonaten. Daniel Frosch stellt die ausgewogene Neuaufnahme vor.

"Einen zunehmend gelösten Beethoven lernt man auf diesem Album kennen, einen Komponisten, der sich in Wien so etabliert hatte, dass er sich vom Publikum freimachen und in seinen Klaviersonaten eigenen Fragen nachgehen konnte. Lugansky spielt das atmend und zuversichtlich, aber immer mit der nötigen Übersicht. Schön auch, wie er ohne Extreme auskommt, seine Deutung sucht Schönheit in der Mitte und wird da auch fündig."

Cover: Nikolai Luganskyspielt späte Beethoven-Sonaten; Interpretation: 5 Sterne, Repertoire: 4 Sterne, Klang: 4 Sterne

CD - Angaben:
L. van Beethoven / Klaviersonate op. 101/1&2, 109, 111 / N. Lugansky / HMM 902441

CD-Kritik: Nikolai Lugansky spielt späte Beethoven-Sonaten

WDR 3 TonArt 06.01.2021 06:21 Min. Verfügbar bis 06.01.2022 WDR 3


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Kammermusik aus Estland von Erkki-Sven Tüür

Aufsteigende Linien streben in die Unendlichkeit, klare Regeln tragen Geheimnisse in sich. Klaviertrio, Streichquartett, Cello und Klavier entfesseln kraftvolle Musik und verbinden Kontraste, findet Tuula Simon.

"Das Organische liegt der Musik von Erkki-Sven Tüür immer zugrunde. Ein Motiv ergibt sich aus dem vorigen, alles wächst ständig weiter, ohne dass sich dabei der Wesenskern verändert. Das Signum Quartett und das Klaviertrio um Marrit Gerretz-Traksmann haben diesen Wesenskern erspürt und verlieren ihn nie aus den Augen. Diese Einspielung kommt dem Geheimnis von Tüürs Musik sehr nah – gerade so nah, dass es seinen Zauber nicht verliert."

Cover: Kammermusik aus Estland von Erkki-Sven Tüür; Interpretation: 5 Sterne, Repertoire: 5 Sterne, Klang: 5 Sterne

CD - Angaben:
E. Sven Tüür / Lost Prayers / ECM NEW SERIES 2666

Pia Davila: O Luna Mia

Ein Konzept-Liederalbum, weit ab vom Mainstream: die junge Sopranistin Pia Davila spannt einen Bogen vom 17. Jahrhundert mit Merula über das 19. Jahrhundert mit Debussy bis ins Jahr 2019. Kerstin Peetz hat die CD gehört.

"Wer ein solches Debüt-Album aufnimmt, der stellt sich ganz bewusst eine musikalische Visitenkarte aus, um damit bei Veranstaltern und Agenten für sich zu werben. Wenn dabei wie hier auch noch ein gut konzipiertes Album herauskommt, hat Pia Davila alles richtig gemacht. Ihr Programm „O Luna Mia“ ist konsequent durchdacht und zeigt ihre enorme stimmliche und stilistische Wandlungsfähigkeit. Den interpretatorischen Horizont dieser Repertoirekonstellation durchschreitet die junge Sopranistin mit maximaler Sicherheit und demonstriert eindrucksvoll die technischen Möglichkeiten ihrer Ausnahmestimme."

Cover: Pia Davila - o Luna mia; Interpretation: 4 Sterne, Repertoire: 2 Sterne, Klang: 3 Sterne

CD - Angaben:
O Luna Mia / Pia Davila, Erik Schneider, Andreas Nachtsheim / Genuin GEN21715