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Das Bild zeigt wie ein Autoschlüssel übergeben wird

Worauf achten beim Gebrauchtwagenkauf?

Stand: 07.02.2022, 17:55 Uhr

Die Chipkrise ist auch auf dem Automarkt deutlich zu spüren. Neuwagen sind rar, deshalb steigt die Nachfrage nach Gebrauchten. Beim Kauf sollten sie aber vorsichtig sein.

HU-Plakette ist keine Garantie

Wer nach einem Gebrauchtwagen Ausschau hält, freut sich über die Angabe „TÜV neu“. Aber Achtung: Die Plakette bedeutet nicht die Garantie, dass der Wagen keine Mängel hat. Denn sollten bei der Prüfung zum Beispiel Mängel übersehen worden sein, bedeutet das für den Käufer nicht automatisch, dass er sie später gegenüber dem Verkäufer geltend machen kann.

Gebrauchtwagencheck kann helfen

Wer sich mit Gebrauchtwagen nicht gut auskennt, der sollte sich zum Kauf entweder fachmännische Hilfe holen oder aber den Wagen nach einer gründlichen Probefahrt gleich zu einem Gebrauchtwagencheck bringen. Den gibt es zum Beispiel beim Automobilclubs, einer Prüforganisation wie dem TÜV oder auch bei Kfz-Sachverständigen.

Dabei wird das Auto auf wesentliche Mängel geprüft, die der Laie schnell übersehen kann. Solche Checks kosten in der Regel zwischen 100 und 200 Euro. Will sich ein Verkäufer nicht darauf einlassen, kann das schon ein wichtiger Hinweis auf mögliche Probleme mit dem Fahrzeug sein.

Gewerbliche Händler haften

Anders als beim Kauf von privat haftet ein gewerblicher Händler im Rahmen der Sachmängelhaftung ein Jahr lang. Schäden, die erst nach dem Kauf entdeckt werden, aber schon vorher vorlagen, muss der Händler dann beheben. Unter anderem sind deshalb Gebrauchtwagen vom Profi allerdings häufig auch teurer.

Vorsicht beim Verkauf „im Auftrag“

Aber auch beim Händler lassen sich Schnäppchen finden. Vorsichtig sein sollte man allerdings beim „Verkauf im Kundenauftrag“. Denn mit diesem Weg versuchen Händler häufig sich von einer Sachmängelhaftung zu befreien. Beim Verkauf sollte der Vertrag deshalb genau darauf überprüft werden, ob eine solche Haftung ausgeschlossen wird. Falls ja, hat man bei später auftretenden Mängeln meistens schlechte Karten.

Verkäufer muss über Unfallschäden informieren

Wer ein gebrauchtes Auto verkauft, der muss dem Käufer sagen, ob das Fahrzeug vorher schon Schäden hatte. Auch, wenn sie fachgerecht repariert wurden. Sonst kann der Käufer den Kauf auch später noch rückgängig machen. Deshalb kann auch nach dem Kauf ein Gebrauchtwagencheck noch sinnvoll sein, falls man den Verdacht hat, dass Schäden verschwiegen wurden.

Betrug beim Kilometerstand

Den Tachostand zu manipulieren, ist inzwischen immer leichter. Und selbst  Sachverständige können häufig kaum noch feststellen, ob der Kilometerstand frisiert wurde. Deshalb sollte man zum Beispiel auf die Kilometerstände im Serviceheft und in den Nachweisen für zurückliegende Hauptuntersuchungen schauen, wenn diese vorliegen. Hier könnten Ungereimtheiten auf eine Tacho-Manipulation deuten.