Bleibt das jetzt so? Was wir über Tattoos und Piercings wissen sollten

Stand: 08.09.2022, 14:41 Uhr

Farbe unter der Haut, Metall an Ohren, Lippen und Nase: Tattoos und Piercings sind beliebt. Aber wie unbedenklich ist der Körperschmuck?

Von Michelle Olion

Beim Tätowieren werden Farbpigmente mit winzigen Nadeln ein bis drei Millimeter unter die Haut gestochen. Hier entsteht das erste Risiko: Es kann zu einer Infektion kommen. Wer diese vermeiden möchte, sollte das Tattoo-Studio gut auswählen und ein paar Regeln beachten. Sport ist nach dem Stechen erst mal tabu, weil das Tattoo letztendlich eine offene Wunde ist, in die beim Training vermehrt Bakterien getragen werden können. Besonders aufs  Schwimmen sollte verzichtet werden – und zwar mehrere Wochen.

Bleibt das jetzt so? Tattoos und Piercings im Check

Frag Dich fit 09.09.2022 33:29 Min. Verfügbar bis 10.09.2032 WDR 2


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Die Farbe bleibt für immer – aber wo?

Die Farben, die beim Tätowieren genutzt werden, stellen ebenfalls ein Problem dar. Es müssen kontrastreiche und wasserunlösliche Farbstoffe sein, damit das Tattoo auch sichtbar unter der Haut bleibt. Diese Farben werden nur von Chemiefirmen hergestellt, erklärt Doc Esser im WDR2-Podcast „Frag dich fit“. Und zwar für ganz andere Zwecke, beispielsweise für Autolacke.

Die Pigmente bleiben außerdem nicht alle im tätowierten Bereich. Sie werden abgetragen, wandern durch den Körper und setzen sich dann in naheliegenden Lymphknoten ab. Dort bleiben sie – ein Leben lang. Welchen Schaden die Stoffe, die in der Farbe enthalten sind, im Lymphsystem anrichten können, ist noch nicht nachgewiesen worden. Wer sich ein Tattoo stechen lassen will, geht also immer ein unbekanntes Risiko ein. Immerhin gelten EU-weit seit Januar 2022 gewisse gesetzliche Anforderungen an Tattoo-Farben, zum Beispiel dürfen keine krebserregenden Stoffe enthalten sein.

Piercings – Auf die Pflege kommt es an

Auch beim Piercing kann es zu einer Infektion kommen, wenn die Wunde nicht richtig gepflegt wird. Wie wahrscheinlich eine Entzündung ist, hängt auch von der Stelle ab, an der das Piercing gestochen wird. Besonders anfällig für Infektionen sind die Genitalien, die Brustwarzen und die Zunge. Weniger Probleme gibt es an den Ohren oder an der Nase.

Piercings können neben einer Infektion aber auch andere gesundheitliche Probleme auslösen. Es besteht die Möglichkeit, dass sie Energiefelder blockieren und so Auswirkungen auf den ganzen Körper haben. Das Phänomen ist bekannt – aus der Akupunktur und Akupressur. Wer sich ein Piercing setzen lässt, kann damit unter Umständen die gleiche Wirkung auf den Körper ausüben, wie eine dicke Akupunkturnadel, die dauerhaft an einer Stelle bleibt. Ein Bauchnabelpiercing kann so zum Beispiel tatsächlich der Grund für Verdauungsprobleme sein.