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Das Bild zeigt eine Schilddrüsenuntersuchung.

Die Schilddrüse: Kleines Organ, große Auswirkungen auf den Körper

Stand: 03.03.2022, 16:11 Uhr

Leise und unscheinbar versorgt die Schilddrüse unseren Körper mit Hormonen. Dass etwas nicht stimmt, merken wir oft erst, wenn es zu Problemen kommt.

Von Barbara Brüwer

Leise und unscheinbar versorgt die Schilddrüse unseren Körper mit Hormonen. Dass etwas nicht stimmt, merken wir oft erst, wenn es zu Problemen kommt.

Lange Zeit wurde sie unterschätzt, doch die Schilddrüse ist für den Menschen lebenswichtig. Sie speichert Jod, das wir über die Nahrung aufnehmen, und ist für die Bildung der jodhaltigen Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) zuständig. Sie beeinflusst unseren Stoffwechsel, unser Energielevel und unser Wachstum. Außerdem bildet sie das Hormon Calcitonin, das für den Kalziumstoffwechsel wichtig ist.

Schilddrüse – Kleines Organ, große Probleme?

Frag Dich fit 04.03.2022 30:37 Min. Verfügbar bis 05.03.2032 WDR 2


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Der Körper braucht je nach Situation unterschiedlich viele Schilddrüsenhormone. Damit die Schilddrüse weiß, wie viele Hormone sie produzieren und ins Blut abgeben soll, wird sie von der Hirnanhangdrüse reguliert. Wer dabei zu viele Hormone produziert, leidet unter einer Schilddrüsenüberfunktion. Werden zu wenige Hormone gebildet, nennt man das Schilddrüsenunterfunktion. In Deutschland leidet ungefähr jeder Dritte an Schilddrüsenproblemen – Frauen sind, aufgrund ihrer Genetik, deutlich häufiger betroffen.

Schilddrüsenfehlfunktionen können Ursache verschiedenster Krankheiten sein

Ob wir an einer Fehlfunktion der Schilddrüse leiden, merken wir meist nur indirekt. Sind wir zum Beispiel plötzlich sehr antriebslos, melancholisch, uns fallen mit einem Mal die Haare aus, unser Herz rast oder die Menstruation bleibt aus, könnte das an der Schilddrüse liegen. Dann sollten wir einen Arzt aufsuchen – am besten den Hausarzt oder einen Endokrinologen. Dieser kann durchs Abtasten, eine Ultraschalluntersuchung oder eine Blutabnahme feststellen, ob Größe und Form der Schilddrüse und der Hormonhaushalt stimmen.

Sollte die Ursache für die Symptome tatsächlich in der Schilddrüse liegen, kann mit Medikamenten, zum Beispiel Hormontabletten, die Fehlfunktion ausgeglichen werden – sogar, wenn die Schilddrüse entfernt werden muss, kann das mit Medikamenten ausgeglichen werden. Zusätzlich hilft es, Stress zu meiden.

Die Schilddrüse braucht Jod

Für die Bildung der Hormone benötigt die Schilddrüse Eiweiß und Jod. Da der Körper selbst kein Jod herstellen kann, ist es wichtig, dass wir Jod über die Nahrung aufnehmen. Dafür eignen sich zum Beispiel Jodsalz, Seefische und Meerestiere, Milchprodukte und zu geringen Teilen auch Brokkoli, Feldsalat und Spinat.

Aber Achtung: Bei einer Schilddrüsenüberfunktion, zum Beispiel bei der Autoimmunerkrankung Morbus Basedow, ist Vorsicht geraten. Hier kann die Jodzufuhr die Hormonproduktion noch weiter in die Höhe schießen lassen. Auch auf die Einnahme von Jodtabletten als Nahrungsergänzung sollte ohne Rücksprache mit dem Arzt verzichtet werden. Ernähren wir uns ausgewogen, reiche dies im Normalfall völlig für eine gesunde Schilddrüse aus, erklärt Doc Esser im WDR-2-Podcast „Frag Dich fit“.