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Post-Covid-Syndrom: Wenn die Corona-Symptome nicht verschwinden

Stand: 11.08.2022, 16:44 Uhr

Geruchs- und Geschmacksverlust, Müdigkeit, Herzprobleme, Muskel- und Nervenentzündungen, Depressionen – die Liste der Long- und Post-Covid-Symptome ist noch lange fortzusetzen. Doch was wissen wir bereits über das Post-Covid-Syndrom?

Von Barbara Brüwer

Seit mehr als zwei Jahren beschäftigt uns das Coronavirus im alltäglichen Leben. Mittlerweile haben sich viele Menschen mit dem Virus infiziert, manchmal sogar mehrfach. Doch nach einer überstandenen Corona-Infektion bleiben bei einigen körperliche, kognitive oder psychische Langzeitfolgen. Bei anderen treten sie sogar erst Wochen oder Monate nach der Infektion auf – und das unabhängig davon, ob der Verlauf der Infektion mild oder schwer war. Long- und Post-Covid-Symptome können jeden treffen.

Long Covid: Was weiß man inzwischen, was hilft?

Frag Dich fit 12.08.2022 33:34 Min. Verfügbar bis 13.08.2032 WDR 2


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Long- oder Post-Covid?

Als "Long Covid" werden dabei die gesundheitlichen Beschwerden definiert, die auch vier Wochen nach der akuten Krankheitsphase fortbestehen. Als Post-Covid-Syndrom werden die Beschwerden bezeichnet, die noch mehr als 12 Wochen nach der Infektion fortbestehen, mindestens zwei Monate andauern und sich nicht anderweitig erklären lassen. Denn wir sollten nicht vergessen, dass auch andere Krankheiten zeitgleich mit der Infektion auftreten können oder durch die Infektion getriggert werden können, sagt Lungenfacharzt Heinz-Wilhelm Esser im WDR 2-Gesundheitspodcast „Frag dich fit“.

Das Krankheitsbild des Post-Covid-Syndroms ist sehr vielfältig. Die Symptome können von Beschwerden der Lunge, des Kreislaufsystems und der Muskulatur über Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen und Erschöpfungszustände wie dem Fatigue-Syndrom bis hin zu Angstzuständen und Depressionen reichen. Zudem kann der Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns noch lange nach der Infektion anhalten. Sogar Organschäden sind möglich.

Post-Covid-Syndrom oder andere Krankheit?

Bisher gibt es keine zuverlässigen Tests, mit denen festgestellt werden kann, ob ein Post-Covid-Syndrom vorliegt. Daher ist es zunächst wichtig, ärztlich überprüfen zu lassen, ob Organe wie Lunge oder Herz andere krankheitsbedingte Einschränkungen haben. Die können dann gegebenenfalls therapiert werden. Ist das nicht der Fall, liegt das Post-Covid-Syndrom nahe. Eine Therapie für das Post-Covid-Syndrom gibt es noch nicht. Derzeit erfolgt die Behandlung vor allem symptomorientiert.

Daher ist nicht jede Maßnahme auch für jeden Betroffenen geeignet. Bei Menschen mit Belastungsintoleranz etwa können sich schon nach leichter Belastung die Beschwerden verschlimmern. Für diese ist die sogenannte "Pacing-Strategie" wichtig: Dabei geht es darum, genau auf seinen Körper zu hören und sich seine Kräfte richtig einzuteilen. Lungenfacharzt Heinz-Wilhelm Esser rät daher dazu, mit dem behandelnden Arzt einen Bewegungsplan aufzustellen, Pausen einzulegen und erst langsam die Belastung anzupassen und beispielsweise Distanzen zu erweitern.