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Mikroplastik im Alltag vermeiden

Ruka vadi opran veš iz mašine

Mikroplastik im Alltag vermeiden

Von Louisa Schmidt

  • Abrieb von Autoreifen ist der größte Verursacher 
  • Naturkosmetik und möglichst kunststofffreie Produkte verwenden
  • Auch beim Waschen lässt sich Mikroplastik reduzieren

Im Alltag begegnen Verbrauchern zahlreiche Mikroplastik-Quellen. Die kleinen Plastikpartikel sind Produkten entweder direkt zugesetzt - wie in einigen Kosmetik-Artikeln - oder entstehen durch Abrieb. Der mit Abstand größte Teil des Mikroplastiks in Deutschland entsteht etwa durch den Abrieb von Pkw-Reifen. Laut dem Fraunhofer Institut entsteht so jährlich knapp ein Kilogramm Mikroplastik pro Person - ein Viertel der von den Forschern geschätzten Gesamtmenge.

Weniger und schonender Autofahren

Wer selbst möglich wenig der kleinen Plastikpartikel verursachen will, sollte also möglichst wenig mit dem Auto fahren. Grundsätzlich gilt: Je schonender man fährt, desto weniger Abrieb entsteht. Auch verschleißarme Reifen helfen, den Abrieb zu reduzieren. Die Tests des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs ADAC bieten eine Orientierung.

Weitere Mikroplastik-Quellen

Die wichtigsten weiteren Quellen, auf die Verbraucher direkten Einfluss haben, sind:

  • der Abrieb von Plastikverpackungen
  • Schuhsohlen

Sohlen bestehen oft aus Kunststoff. Eine Alternative sind z.B. Ledersohlen. Geeignete plastikfreie Materialien sind allerdings oft teurer als Kunststoffe.

  • Wäschewaschen.

Große Mengen Mikroplastik durchs Wäschewaschen

Auch viele Kleidungsstücke wie Fleece-Pullis bestehen aus Kunststofffasern. Diese lösen sich in der Waschmaschine nach und nach. Da die Filter nicht alle Fasern aufhalten, landen sie im Abwasser. Schon beim Kauf können Verbraucher versuchen, plastikfreie Textilien zu kaufen. Wer außerdem möglichst kurz und kalt wäscht oder die Kleidungsstücke stattdessen lüftet, trägt dazu bei, dass sich weniger Fasern aus der Kleidung lösen. Eine Studie der Universität Newcastle legt außerdem nahe, dass sich in Schonwaschgängen mehr Plastikfasern lösen, weil in diesen vergleichsweise viel Wasser verbraucht wird. Zudem sollte man die Waschmaschine gut befüllen . Raue Stoffe wie Jeans können den Plastikabrieb aber verstärken.

Plastikpartikel in Kosmetik spielen nur eine kleine Rolle

Viel berichtet wird über Mikroplastik in Kosmetik, welches laut der Fraunhofer-Studie nur eine kleine Rolle spielt. Viele Hersteller haben die Plastikpartikel bereits aus ihren Produkten verbannt, außerdem wollen die EU-Mitgliedsstaaten und die Kommission Mikroplastik in Kosmetik verbieten. Flüssige oder gelartige Kunststoffe in Duschgels und Co. bleiben aber erlaubt. Wer Produkte ohne aus Erdöl hergestelltem Plastik sucht, sollte zu zertifizierter Naturkosmetik greifen. Apps wie Codecheck helfen außerdem, bedenkliche Inhaltsstoffe zu erkennen.

Mikro-Plastik vermeiden

WDR 2 Servicezeit 12.10.2020 03:29 Min. Verfügbar bis 12.10.2021 WDR 2

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Stand: 09.10.2020, 16:35