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Nebenkostenabrechnung überprüfen

Das Bild zeigt eine Kostenabrechnung mit Geldscheinen.

Nebenkostenabrechnung überprüfen

Von Anke Kahle

  • Jede zweite Nebenkostenabrechnung ist falsch
  • Reparatur- und Verwaltungskosten sind unzulässig
  • Rechenformel hilft bei der Einschätzung

Goldene Regeln für Mieter und Vermieter

Der Vermieter ist verpflichtet, alle anfallenden Kosten in der Nebenkostenabrechnung genau aufzuschlüsseln. Es muss klar sein, für welche Position welche Kosten anfallen. Der Vermieter darf nur die Kosten abrechen, die im Mietvertrag vereinbart worden sind. Geschieht dies nicht, ist die Nebenkostenabrechnung ungültig. Auch wenn die Abrechnung zu spät kommt, also zwölf Monate überschreitet, muss der Mieter nicht zahlen. Steht allerdings ein Plus auf der Abrechnung, bekommt der Mieter sein Geld trotzdem zurück.

Plus oder minus? Wenn die Nebenkostenabrechnung kommt

WDR 5 Profit - aktuell 03.03.2020 03:13 Min. Verfügbar bis 03.03.2021 WDR 5

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Nebenkostenabrechnung überprüfen

WDR 2 Servicezeit 03.03.2020 03:34 Min. Verfügbar bis 03.03.2021 WDR 2

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Kosten pro Quadratmeter im Monat berechnen

Um ein erstes Gefühl dafür zu bekommen, ob die Abrechnung zu hoch ist oder nicht, kann man die Kosten auf Quadratmeter und Monat herunterbrechen. Dafür dividiert man die Gesamtkosten (in Euro) durch die Größe der Wohnung (in Quadratmeter) und dividiert diese durch die Anzahl der Monate des Abrechnungszeitraums. Das sind in der Regel 12 Monate. In NRW zahlen Mieter im Durchschnitt 2,44 Euro pro Quadratmeter und Monat. Weicht der eigene Wert stark davon ab, lohnt sich der Gang zum Mieterverein oder Mieterschutzbund.

Heizkosten werden häufig falsch abgerechnet

Heizkosten müssen sich mindestens zur Hälfte nach dem Verbrauch des Mieters richten. Oft werden Heizkosten allerdings nur nach Quadratmetern abgerechnet. Laut Heizkostenverordnung kann man in diesem Fall die Heizkosten um 15 Prozent kürzen.

Vorsicht vor versteckten Reparatur- und Verwaltungskosten

Grundsätzlich können Eigentümer in der Nebenkostenabrechnung 17 Einzelposten anteilig an die Mieter weitergeben. Zum Beispiel die Kosten für den "Hausmeister". Unter dem Posten verstecken sich manchmal noch Verwaltungskosten. Beim „Aufzug“ werden oft fälschlicherweise Reparaturkosten mit umgelegt. Reparatur- sowie Verwaltungskosten sind aber nicht umlagefähig.

Widerspruch innerhalb von 12 Monaten

Mieter müssen einen Widerspruch schriftlich innerhalb von 12 Monaten einreichen. Darüber hinaus haben Mieter nach Angaben des Deutschen Mieterbunds auch das Recht, Einsicht in die zugrunde liegenden Verträge, Versicherungspolicen, Rechnungen oder Bescheide zu nehmen.

Stand: 03.03.2020, 12:22