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Das Bild zeigt ein Handtuch und einen Holzeimer in einer Sauna.

Kühlen, Kältekammer, Sauna – was hilft wann?

Stand: 22.06.2022, 15:00 Uhr

Kühlpads, Wärmflaschen und Wechselduschen: Um dem Körper etwas Gutes zu tun, wird oft mit extremen Temperaturen gearbeitet. Wann sollte was angewendet werden?

Von Michelle Olion

Grundsätzlich gilt: Bei akuten Schmerzen hilft Kälte, chronische Beschwerden sollten hingegen mit Wärme behandelt werden. Aber woran liegt das? Wer beim Joggen umknickt wird schnell feststellen, dass der verstauchte Knöchel anschwillt. Das liegt daran, dass durch die Verletzung kleine Blutgefäße beschädigt werden. An der betroffenen Stelle sammelt sich Flüssigkeit. Dagegen hilft Kälte, denn sie sorgt dafür, dass die Blutgefäße sich zusammenziehen und diese Entzündungsreaktion ausbleibt. Außerdem schwächt die Kälte die Schmerzsignale ab.

Kühlen, Kältekammer, Sauna – was hilft wann?

Frag Dich fit 24.06.2022 30:54 Min. Verfügbar bis 25.06.2032 WDR 2


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Genau umgekehrt ist es bei der Wärme, die beispielsweise in Form einer Wärmeflasche gegen Rückenschmerzen helfen kann. Durch die hohe Temperatur werden die Blutgefäße geweitet. Das sorgt dafür, dass die benötigten Abwehrstoffe im Blut schneller und besser an die betroffene Stelle transportiert werden können. Die Muskulatur wird weicher und die Verspannung löst sich. Gleiches gilt übrigens für die warme Dusche nach dem Sport, damit die gerade noch beanspruchten Muskeln sich entspannen können.

Extreme Temperaturen

Gekühlt und gewärmt wird oft nur an den verletzten Körperstellen. Wer sich hingegen für ein paar Minuten extremer Kälte aussetzen will, kann eine Kryotherapie machen, also eine Kältekammer besuchen. Es gibt Studien, die belegen, dass der kurze Aufenthalt in den extremen Minustemperaturen das Immunsystem stärken. Durch die Kälte können sogar Entzündungskrankheiten behandelt werden, weshalb die Kryotherapie beispielsweise bei Rheumapatienten angewendet wird.

Andere Temperatur, ähnliche Effekte: In der Sauna wird der ganze Körper mit Hitze konfrontiert. Dadurch wird das Immunsystem angeregt und der Körper bildet Abwehrstoffe. So kann beispielsweise eine Erkältung besser abgewehrt werden. Außerdem hat Saunieren einen positiven Einfluss auf erhöhten Blutdruck. Wer regelmäßig schwitzt, kann diesen tatsächlich senken. Allerdings sollten Herzpatienten die Saunagänge immer mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin abklären.

Günstige Anwendungen: Kneipp und Wechselbäder

Kältekammern und Saunen kosten Geld – quasi kostenlos ist hingegen die Anwendung mit Wasser in der eigenen Dusche. Auch, wenn es unangenehm ist: morgendliche Wechselbäder oder Kneipp-Anwendungen sind gut für das Immunsystem und die körpereigene Thermoregulation wird gestärkt. Wer den inneren Schweinehund bekämpft und das Wasser auch mal kälter dreht, kommt besser mit extremer Hitze, aber auch mit sehr kalten Temperaturen klar.