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Hundekrankenversicherungen - sinnvoll und bezahlbar?

Ohrenuntersuchung bei einem Hund

Hundekrankenversicherungen - sinnvoll und bezahlbar?

Von Anne Debus

Die Tiermedizin wird immer besser, damit aber auch immer teurer. Eine Absicherung versprechen Hundekrankenversicherungen. Deren Zahl ist mit dem Hundeboom im Corona-Jahr 2020 stark gestiegen. Stiftung Warentest hat die Angebote unter die Lupe genommen.

Gute Noten für viele Anbieter

Die Stiftung Warentest hat jeweils mehr als 60 Operationskosten- und Krankenvollversicherungen für Hunde untersucht. OP-Versicherungen tragen nur die Kosten von Operationen sowie Voruntersuchungen und Nachbehandlung. Vollversicherungen übernehmen auch andere Behandlungen.

Das Testergebnis fällt gut aus: Gut 50 Prozent der untersuchten OP-Versicherungen bekommt von den Warentestern für ihr Leistungsniveau die Note 'sehr gut' oder 'gut', bei den Vollkrankenversicherungen sind es sogar 80 Prozent. Allerdings sind hier auch die Prämien erheblich höher.

OP-Versicherungen deutlich günstiger als Vollversicherungen

Grundsätzlich gilt: Je älter und größer der Hund, desto teurer die Versicherung. Da es riesige Preisunterschiede gibt und das Angebot unübersichtlich ist, hat Stiftung Warentest die Preise exemplarisch auf drei tierische Modellpatienten heruntergebrochen.

Demnach bekommt man eine sehr gute OP-Versicherung für einen sechs Monate alten Hund einer robusten kleinen Rasse – etwa einen Jack Russell Terrier – ab gut 180 Euro pro Jahr. Für einen mittelgroßen Mischlingshund im Alter von drei Jahren werden mindestens 210 Euro fällig. Und bei einem großen älteren Rassehund, wie einem sieben Jahre alten Labrador, beginnen die Angebote bei 250 Euro pro Jahr. Eine sehr gute Vollkrankenversicherung kostet im Schnitt mehr als drei mal so viel wie eine reine OP-Versicherung.

Auch Vollversicherungen sind kein Rundum-Sorglos-Paket

Wer eine Hundekrankenvollversicherung abschließt, sollte sich bewusst sein, dass er dennoch einen Teil der eventuellen Tierarztkosten wird selber tragen müssen. Auch hier gibt es viele Ausschlüsse, häufig wird eine Eigenbeteiligung fällig, oder die Leistungen sind pro Versicherungsfall oder Jahr gedeckelt.

Nie auf nur ein Kriterium achten

Die Bestimmungen bei Hundekrankenversicherungen sind ausgesprochen kompliziert, besonders bei den Vollversicherungen. Sich in dem Dschungel an Klauseln der Einfachheit halber dann nur auf ein Kriterium zu konzentrieren, kann aber schief gehen, warnen die Warentester.

So nützt eine günstige Prämie nichts, wenn im Ernstfall die Leistungen nicht ausreichen. Und eine Versicherung mag zwar damit werben, dass sie auch die erhöhten Tarife im tierärztlichen Notdienst nachts oder am Wochenende voll übernimmt. Das hilft dem Tierhalter aber wenig, wenn gleichzeitig die Leistungen auf tausend Euro im Jahr gedeckelt sind.

Für wen lohnt sich überhaupt eine Versicherung?

Hundehalter, die jederzeit problemlos fünftausend Euro flüssig haben, brauchen keine Hundekrankenversicherung. Wer so hohe Summen ad hoc aber nicht aufbringen kann, sollte für den Notfall vorsorgen.

Ob man dazu eine Versicherung abschließt oder selbst regelmäßig Geld zurücklegt, ist eine persönliche Entscheidung. Selbstsparer sollten aber darauf achten, dass die Summen hoch genug sind. Ein Mittelweg kann eine OP-Versicherung sein, die zumindest die meisten plötzlich auftretenden Kosten abdeckt.

Krankenversicherung für Hunde

WDR 2 Servicezeit 08.09.2021 03:49 Min. Verfügbar bis 08.09.2022 WDR 2


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Stand: 07.09.2021, 17:30