Wie sparen bei den Heizkosten?

Stand: 20.01.2022, 13:15 Uhr

Viele Energieversorger haben die Preise für Gas deutlich angehoben. Doch es ist deutlich schwieriger geworden, durch einen Anbieterwechsel in günstigere Tarife zu wechseln. Und weniger zu heizen ist für viele auch keine attraktive Option. Die Politik hat Entlastungen angekündigt.

Von Ute Schyns



Gaspreise im Höhenflug


Im Durchschnitt haben allein die Grundversorger beim Gas den Preis für ihre Bestandskunden in den vergangenen Wochen um fast 30 Prozent erhöht. Für ein kleines Einfamilienhaus bedeutet das Mehrkosten von rund 400 – 500 Euro im Jahr, heißt es vom Vergleichsportal Verivox. Noch teurer ist es oft für diejenigen geworden, die gezwungenermaßen beim Grundversorger gelandet sind, weil ihr bisheriger Anbieter die Belieferung eingestellt hat. Grundversorger sind verpflichtet, diese Kunden aufnehmen. Doch einige Anbieter verlangen von Neukunden mittlerweile deutlich höhere Preise als von ihren Bestandskunden. Werden diese Preiserhöhungen mit eingerechnet, lag das Plus in den vergangenen Monaten im Schnitt sogar bei 76 Prozent, schreibt das Vergleichsportal Check24. Einige Anbieter haben die Preise sogar verdreifacht.

Günstigere Anbieter zu finden – häufig schwierig

Auch wenn es zunehmend schwieriger geworden ist: Wem eine Preiserhöhung ins Haus flattert oder wer unfreiwillig in einem teuren Grundversorgungs-Tarif gelandet ist, sollte versuchen, zu wechseln. Das rät die Energieexpertin Christina Wallraf von der Verbraucherzentrale NRW: „Der Klassiker ist natürlich, über Vergleichsportale zu versuchen, einen besseren Tarif zu finden. Leider gibt es da zurzeit nur ein ausgedünntes Angebot. Zusätzlich würde ich auch immer nochmal beim örtlichen Grundversorger, meistens sind es die Stadtwerke, nachschauen, denn in einigen Fällen kann der Grundversorgungstarif auch als Übergangslösung eine gute Alternative sein.“

Zu lange Vertragslaufzeiten besser vermeiden

Einige Energieversorger bieten ihren Kunden günstigere Tarife, wenn sie sich zwei Jahre binden. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, wie sich der Gaspreis entwickelt – und das lässt sich schwer vorhersagen. Denn die Preisentwicklung hängt unter anderem davon ab, wie kalt es in diesem Winter noch wird und wie sich der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine entwickelt. „Wir gehen von weiterhin hohen Preisen für Verbraucher in diesem Jahr aus. Aber Gaskunden sollten sich nicht über ein Jahr binden, um 2023 gegebenenfalls auf sinkende Preise reagieren zu können“, sagt Energieexpertin Christina Wallraf.

Heizthermostate runter drehen?

Auch ohne einen Wechsel des Energieversorgers lassen sich die Heizkosten oft reduzieren. Eine erste schnelle und effektive Maßnahme ist es, Dichtungen von Türen und Fenstern zu überprüfen und wenn nötig zu erneuern. Außerdem kann es sich lohnen, die Raumtemperatur genauer ins Auge zu fassen. Denn schon ein Grad weniger beim Heizen spart sechs Prozent Energiekosten. Wichtig ist es, die Heizung tagsüber, wenn niemand in der Wohnung ist, nicht komplett runterzudrehen. Denn sonst kühlen die Wände aus und das Aufwärmen später verschlingt mehr Energie. Zudem kann der Einbau sogenannter smarter Thermostate ein sinnvoller Schritt sein. Denn dadurch lässt sich die Heizung so steuern, dass es erst bei der Heimkehr zu  Hause schön warm ist.

Neue Bundesregierung hat Entlastungen angekündigt

Die neue Bundesregierung hat eine Reihe von Entlastungen für Energiekunden angekündigt. Wohngeld-Empfänger zum Beispiel sollen im Sommer einmalig einen Zuschuss zu den Heizkosten erhalten. Für eine Person sind laut einem Gesetzentwurf 135 Euro geplant und 175 Euro, wenn zwei im Haushalt leben. Verbraucherschützer halten das für zu wenig. Außerdem sollen die Zusatzkosten durch die CO2-Abgabe künftig, wie es heißt, fairer zwischen Mieter und Vermieter aufgeteilt werden. Eine weitere Entlastung ist auch beim Strompreis geplant. Ab 2023 soll die Ökostrom-Umlage für Stromkunden komplett abgeschafft werden. Zudem will Wirtschaftsminister Habeck etwa die Billig-Strom-und Gasanbieter strenger regulieren. Damit Kundinnen und Kunden in Zukunft vor einem ungeplanten Belieferungsstopp besser geschützt sind.

Heizkosten sparen WDR 2 Servicezeit 20.01.2022 03:22 Min. Verfügbar bis 20.01.2023 WDR 2

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