Giftige Beeren

Eibe

Giftige Beeren

Von Nico Rau

Im Herbst locken viele Beeren in der Natur. Einige von ihnen sind allerdings giftig. Gerade kleine Kinder sind neugierig und greifen mal zu. Glücklicherweise sind schwere Vergiftungen aber sehr selten.

In Westeuropa gibt es nur wenige Pflanzen, die sehr giftig sind. In der freien Natur wächst zum Beispiel Bilsenkraut, Stechapfel, Tollkirsche und Schierling. In Gärten, Parkanlagen oder auch auf Balkonen finden sich Goldregen, Herbstzeitlose, Engelstrompete oder auch Eisenhut. Das Bundesinstitut für Risikobewertung schätzt die Gesundheitsgefahr aber als gering ein. Denn selbst kleine Kinder nehmen meist nur geringe Mengen zu sich. Die meisten Pflanzen bzw. ihre Beeren schmecken nämlich bitter. Oft endet das Probieren deshalb nur mit Übelkeit und Erbrechen.

Maßnahmen bei Verschlucken

Wenn möglich, Pflanzenreste aus dem Mund entfernen. Wasser, Tee oder Saft zu trinken geben, um die Giftstoffe von den Schleimhäuten zu spülen und zu verdünnen. Eine gute Anlaufstelle ist dann der Giftnotruf:

Informationszentrale gegen Vergiftungen am Universitätsklinikum Bonn:
Notruf: 0228 192 40.

Die Experten können die Lage einschätzen und weitere Handlungsanweisungen geben. Hat das Kind bereits schwere Vergiftungserscheinungen wie z.B. Atemnot: unbedingt sofort den Notarzt rufen und lebensrettende Sofortmaßnahmen einleiten. Reste der Pflanze oder Beeren aufbewahren und mit ins Krankenhaus geben.

Giftige Beeren

WDR 2 Servicezeit 22.09.2021 04:11 Min. Verfügbar bis 22.09.2022 WDR 2


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Hilfreiche Apps

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat eine eigene App: BfR-Vergiftungsfälle. Dort gibt es auch ausführliche Infos zu allen giftigen Pflanzen. Wie giftig diese sind und was bei Verschlucken zu tun ist. In der App ist auch ein Button integriert, um direkt den Giftnotruf anzurufen. Außerdem ist es natürlich hilfreich zu wissen, was alles im Garten oder in der Natur wächst. Mittlerweile gibt es gute Apps, um Pflanzen zu erkennen. Ein Foto reicht und schon zeigen die Apps den entsprechenden Namen an.

Erste-Hilfe Mythen

Kein künstliches Erbrechen herbeiführen. So kann Erbrochenes eingeatmet werden und dazu auch Giftstoffe in die Lunge geraten, die dort eventuell noch mehr Schaden anrichten könnten. Ebenso sollte keinesfalls Salzwasser verabreicht werden, weil das gerade bei kleinen Kindern zu einer Kochsalzvergiftung führen kann. Milch ist auch kontraproduktiv, weil durch das Fett die Aufnahme von Gift über den Darm erleichtern werden kann.

Stand: 21.09.2021, 17:19