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Familienfeiern in Corona-Zeiten

Eingedeckte Tische

Familienfeiern in Corona-Zeiten

Von Philip Raillon

Die Corona-Inzidenzen sinken, Familienfeiern scheinen bald wieder möglich. Dennoch sollten Verbraucher einige Aspekte beachten, wenn sie nun planen.

Fabian und Svenja heiraten im Oktober. Sie hoffen, dass sie bis dahin wieder feiern dürfen. Den Vertrag dafür haben sie schon im vergangenen Herbst unterschrieben. „Wir hatten damals schon gehofft, dass wir jetzt in Sachen Corona an einem anderen Punkt wären“, sagt Svenja.

Dennoch haben sie Vorkehrungen getroffen. Ihnen war wichtig, auf keinen Fall mit weniger als den geladenen 80 Gästen zu heiraten – und haben das auch so in den Vertrag geschrieben. Genau richtig, sagt die Verbraucherzentrale NRW.

Auch Details schriftlich festhalten

Sie empfiehlt: Möglichst keine Standardverträge nutzen, sondern alle wichtigen Details vertraglich festhalten. Dazu gehört auch, was geschieht, wenn bestimmte Dinge wegen aktueller Corona-Regeln nicht erlaubt sind.

Svenja und Fabian haben sichergestellt, dass sie ihre Feier kostenlos verschieben können, wenn beispielsweise nur Feiern mit 50 Gästen erlaubt sind. Außerdem war ihnen wichtig, dass alle tanzen dürfen und niemand eine Maske tragen muss. Das hat ihnen der Wirt ebenfalls zugesichert – aber nur mündlich.

Schriftlich haben sie lediglich, dass sie bei „unzumutbaren Einschränkungen“ kostenlos verschieben können. Bei solchen Vertragsklauseln sollten Verbraucherinnen und Verbraucher vorsichtig sein. Denn was das genau bedeutet, steht nicht im Vertrag. Das ist Auslegungssache.

DeHoGa: Gegenseitiges Grundvertrauen wichtig

Ein häufiger Irrglaube bei Verbraucherinnen und Verbrauchern: Eine mündliche Absprache würde sie nicht binden. Das stimmt nicht. Mündliche Verträge binden genauso, spezielle Klauseln sind aber eben nur schwer zu beweisen. Etwa, was Verschiebe- oder Stornierungsbedingungen angeht.

Fabian und Svenja haben ein gutes Gefühl, was den Vermieter ihrer Hochzeitslocation angeht. Vertrauen sei wichtig, bestätigt der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband. Gerade Wirte und Hoteliers, die oft Hochzeiten veranstalten, lebten von ihrem guten Ruf.

Verbraucher tragen Insolvenzrisiko bei Anzahlung

Der nützt Verbraucherinnen und Verbrauchern aber nichts, wenn sie eine Anzahlung gemacht haben und der Veranstalter insolvent geht. Dann ist das Geld häufig weg – darüber sollten sie sich im Klaren sein.

Sollte eine Feier am Ende tatsächlich den Corona-Regeln zum Opfer fallen, bleibt der Verbraucher trotzdem an seinen Vertrag gebunden. Eine sogenannte „Störung der Geschäftsgrundlage“ liegt nämlich nur dann vor, wenn sie zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses nicht absehbar war. Und davon kann nach eineinhalb Jahren Pandemie nun wirklich keine Rede sein.

Stand: 27.05.2021, 00:01