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Tinnitus: Wenn das Pfeifen im Ohr nicht verschwindet

Junge Frau leidet unter Tinnitus

Tinnitus: Wenn das Pfeifen im Ohr nicht verschwindet

Von Louisa Schmidt

Ein Tinnitus kann viele Ursachen haben. Werden die Geräusche chronisch, muss man lernen, damit zu leben. Doch es gibt Therapien, die dabei helfen.


Ein ständiges Summen, tiefes Brummen, Pfeifen oder Kreischen: Etliche Menschen leiden unter einem Tinnitus. In Deutschland sind es etwa drei Millionen, knapp jede vierte Person war schon einmal betroffen.


Den Tinnitus nehmen nur die Betroffenen selbst wahr, denn die Geräusche kommen nicht von einer äußeren Schallquelle. Es ist eine Art Phantom-Ton. Klingen kann er sehr unterschiedlich. Manche hören ihn auf einem Ohr, andere beidseitig.

Verschiedene Krankheiten und Lärm als Ursache

Mann hält sich schmerzverzerrt das Ohr

Störgeräusche im Ohr können viele Auslöser haben

Bei vielen hat ein Tinnitus keinen erkennbaren Auslöser. Daneben gibt es viele verschiedene Ursachen für das Störgeräusch – wie zum Beispiel ein Hörsturz. Generell wird Schwerhörigkeit oft von einem Tinnitus begleitet. Wer einen Tinnitus hat, sollte deshalb prüfen, ob eine Hörminderung vorliegt. Wichtig ist, diese dann gleich mitzubehandeln und im Zweifel ein Hörgerät zu tragen.

Auch diverse Krankheiten können einen Tinnitus auslösen, etwa eine Mittelohrentzündung oder Erkrankungen an der Halswirbelsäule. Schlimmstenfalls kann hinter einem Tinnitus auch ein Tumor stecken.

Die wohl bekannteste Ursache ist eine Hörschädigung durch Lärm. Kritisch wird es fürs Gehör ab 85 Dezibel – so laut ist etwa eine Hauptverkehrsstraße. Die ist zu laut, wenn man den Geräuschen regelmäßig und über einen längeren Zeitraum ausgesetzt ist, zum Beispiel bei der Arbeit.

Schnelle Behandlung ist wichtig

Patient beim Ohrenarzt

Der Gang zum HNO-Arzt ist bei Tinnitus wichtig

Oft bleibt nach einem Konzert ein Pfeifen im Ohr. Wenn der Tinnitus nach zwei bis drei Tagen nicht weg ist, sollte der Hals-Nasen-Ohren-Arzt schnell helfen. Der stellt dann eine Diagnose und kann Cortison verabreichen. Eine rasche Behandlung ist wichtig, weil die Medikamente besser wirken, wenn sie früh genommen werden. 

Wenn der Tinnitus chronisch wird, muss man lernen, damit zu leben. Dennoch können Betroffene viel tun. Weil Stress den Tinnitus verstärkt, helfen eine Änderung des Lebensstils und Entspannungstechniken wie Bodyscans.

Bewährt ist vor allem die kognitive Verhaltenstherapie. Ziel ist es, den Tinnitus nicht mehr vordergründig wahrzunehmen. Hilfe gibt es in stationären Zentren, hier übernehmen die Krankenkassen aber nicht immer die Kosten. Eine Alternative können verschreibungspflichtige Apps sein.

Einigen Betroffenen helfen auch sogenannte Noiser. Die Geräte geben ein Rauschen aufs Ohr, das als angenehm empfunden wird. Den Tinnitus nimmt man dann bestenfalls nicht mehr wahr.

Dauerlärm - Wie lebt es sich mit Tinnitus?

Frag Dich fit 15.10.2021 24:08 Min. Verfügbar bis 17.10.2031 WDR 2


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Stand: 14.10.2021, 00:00