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Verstopfungen, Blähungen & Reizdarm: Das hilft dem Darm

Stand: 19.05.2022, 15:02 Uhr

Der Darm ist immer im Einsatz. Neben der Verdauung ist er auch wichtig für das Immunsystem und unsere Psyche. Die gute Nachricht: Man kann viel für einen gesunden Darm tun.

Von Michelle Olion und Barbara Brüwer

Wenn er funktioniert, machen die meisten sich kaum Gedanken um den Darm. Dabei verdient er mehr Aufmerksamkeit. Denn ein gesunder Darm stärkt das Immunsystem, beeinflusst die Stimmung und kann Krankheiten verhindern. Warnsignale sind häufig Verstopfungen oder Durchfall.

Verstopfungen, Blähungen & Reizdarm – Was tun bei Darmproblemen?

Frag Dich fit 20.05.2022 30:21 Min. Verfügbar bis 21.05.2032 WDR 2


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Alles, was wir zu uns nehmen, muss durch den Darm. Dieser hat mehrere Abschnitte. Im Dünndarm zerlegen Enzyme die Nahrungsbestandteile. Erst grob in Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette, dann in immer kleinere Bestandteile wie Aminosäuren und Fettsäuren. Der Rest landet im Dickdarm. Dort wird die Masse eingedickt, indem ihr Wasser entzogen wird. Vom Dickdarm wandert der Stuhl dann in den Enddarm und schließlich in die Toilette.

Darm fördert das Immunsystem und unsere Laune

Neben der Verdauung hat der Darm noch andere wichtige Aufgaben: Er schützt zum Beispiel vor Krankheiten. Der Darm bildet viele Immunzellen. Diese Zellen fangen sofort an zu arbeiten, sobald sie Bakterien oder Pilze im Körper entdecken. Es gibt aber auch gute Bakterien im Darm. Die bilden das Mikrobiom, das früher auch Darmflora genannt wurde. Dieses Mikrobiom wehrt ebenfalls Krankheitserreger im Darm ab und hilft so unserem Immunsystem. Und: Wenn unser Darm gesund ist, geht es auch unserer Psyche besser, denn der Darm sorgt auch für Glückshormone.

Auf die Ernährung kommt es an

Es lohnt sich also definitiv, auf einen gesunden Darm zu achten. Um das zu unterstützen, ist eine ausgewogene Ernährung mit vielen Ballaststoffen enorm wichtig. Vollkornprodukte und Hafer sorgen beispielsweise dafür, dass wir schnell und lange satt sind. Sie fördern auch die positiven Bakterien des Darmbioms und sorgen dafür, dass der Zucker gebunden wird und wir weniger Insulin brauchen. Ballaststoffe haben außerdem wenig Kalorien und verringern sogar das Darmkrebsrisiko.

Vorsichtig sollte man hingegen bei Probiotika sein, sagt Doc Esser im WDR2-Gesundheitspodcast „Frag dich fit“. Die werden gerne nach der Einnahme von Antibiotika empfohlen. Doch wenn diese von außen hinzugefügten Bakterien nicht die richtigen für das Darmbiom sind, könne die Regeneration des Darms sogar verlangsamt werden.

Wer am Reizdarmsyndrom leidet, kann es auch mit FODMAP probieren. Das ist eine bestimmte Ernährungsform, bei der auf fermentierte Nahrungsmittel (zum Beispiel Sauerkraut) und verschiedene Zucker verzichtet wird. Denn der Darm kommt nur schwer mit beidem zurecht. Oft stecken aber auch andere Krankheiten hinter häufigem Durchfall. Deshalb sollte bei Beschwerden, die nicht nachlassen, unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Der macht oft eine Darmspiegelung und schaut, ob der Darm von den Gefäßen ausreichend versorgt wird.

Sport für den Darm

Der berühmte Verdauungsspaziergang hat durchaus auch seine Daseinsberechtigung und hilft zum Beispiel bei Blähungen und Verstopfungen. Bewegung und Sport regen die Darmmotilität, also die Bewegungsfähigkeit des Darmes, an. Auch Atemübungen sind hilfreich. Der Zwerchfellmuskel, der dabei aktiviert wird, liegt auf Großteilen des Darms. Von Außen kann der Muskel dafür sorgen, dass der Darm stimuliert wird und so besser funktioniert.