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I prodotti legali derivati dalla cannabis

Cannabis-Spray, CBD-Öl und CBD-Gummibärchen: zwischen Rausch und medizinischem Wundermittel

Stand: 22.09.2022, 15:28 Uhr

Hanf liegt voll im Trend. In den Social-Media-Storys einiger Influencer, im Supermarkt oder in der Drogerie begegnen einem immer wieder Hanfblätter auf Verpackungen verbunden mit Gesundheitsversprechen. Doch ist Hanf tatsächlich gesund?

Von Barbara Brüwer

Cannabis ist der lateinische und wissenschaftliche Begriff für Hanf. In dieser Pflanze stecken rund 120 Cannabinoide. Die vielleicht bekanntesten sind das Tetrahydrocannabinol (THC) und das Cannabidiol (CBD). Das THC ist für die berauschende und psychoaktive Wirkung von Cannabis verantwortlich. CBD wird aus den Blüten der weiblichen Cannabispflanze gewonnen und soll keine berauschende Wirkung haben, ist jedoch auch noch recht unerforscht. Da auch im menschlichen Körper Cannabinoide vorkommen, besitzen wir auch Cannabinoid-Rezeptoren, an denen auch die Cannabinoide der Hanfpflanze besonders gut andocken und wirken können.

Cannabis-Creme & CBD-Öl – Medikamente oder Drogen?

Frag Dich fit 23.09.2022 31:38 Min. Verfügbar bis 24.09.2032 WDR 2


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Freiverkäufliche CBD-Produkte: Harmlos oder gefährlich?

Gerade CBD-Produkte werden aktuell viel beworben. Sie sollen entspannend wirken, Schmerzen lindern, Ängste lösen und sogar Entzündungen hemmen können. Wer diese Produkte ausprobieren möchte, findet sie zum Beispiel als Öl, Gummibärchen oder Creme in Supermärkten, Drogeriemärkten oder im Fachhandel. Gerade weil sie so leicht zugänglich sind, wirken sie recht harmlos. Der Verbraucherschutz und Doc Esser warnen jedoch vor der Verwendung.

Ob der Verkauf dieser Produkte legal ist, ist umstritten. Weder als Arzneimittel noch als neuartiges Lebensmittel sind die Produkte bislang zugelassen. Ein weiteres Problem: Es gibt kaum aussagekräftige Studien zur Wirkung von CBD-Produkten und in einigen Produkten wurde auch eine höhere Menge an THC gefunden als zugelassen. Und das kann zur Gefahr werden. Zum einen kann durch die Nutzung dieser angeblich harmlosen Produkte ein Rausch ausgelöst werden und zum anderen kann die Wirkung der Cannabinoide bei falscher und bei Überdosierung auch ins Gegenteil umschlagen und Angst oder sogar Depressionen auslösen.

Medizinischer Einsatz von Cannabis

Aber: Der Einsatz von Cannabinoiden der Hanfpflanze hat kann auch seine Berechtigung haben. In der Medizin wird Cannabis bereits erfolgreich bei der Schmerztherapie und bei bestimmten epileptischen Erkrankungen eingesetzt. Auch bei Multiple Sklerose kann Cannabis entscheidend das Leben erleichtern. Vermutet wird auch, dass Cannabis auch bei Darmerkrankungen und gegen Krebs helfen könnte. Wichtig ist in jedem Fall die richtige Mischung an THC und CBD und die Dosierung. Ärzte beginnen in der Regel mit einer leichten Dosis und dosieren diese dann auf. So haben sie schlussendlich die Möglichkeit, die kleinstmögliche Dosis finden zu können, die nötig ist, um die Schmerzen oder die Erkrankung in den Griff zu bekommen.

Heinz-Wilhelm Esser sieht im WDR-2-Gesundheitspodcast "Frag dich fit" einem häufigeren medizinischen Einsatz von Cannabis positiv entgegen. Es könne schwerkranken Menschen sehr viel Lebensqualität schenken. Aktuell ist er jedoch selbst noch etwas zögerlich, da ihm die derzeitige Studienlage noch zu gering ist.