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Online-Shopping-Ärger wegen Brexit

Eine EU-Flagge und eine britische Nationalflagge wehen vor dem britischen Parlament im Palace of Westminster.

Online-Shopping-Ärger wegen Brexit

Von Wolfgang Landmesser

Nach dem Brexit müssen Kunden mit Zusatzkosten rechnen, wenn sie Produkte in Großbritannien bestellen. Die Verbraucherzentralen erreichen viele Kundenbeschwerden.

  • Zusätzliche Gebühren bei Online-Kauf in Großbritannien
  • Verbraucherzentrale fordert Aufklärung über Kosten
  • Impressum verrät Händlerherkunft

Architekturstudent Moritz Eismann hatte im Januar eine Sporttasche beim Onlineshop countryhouseoutdoor.de bestellt. Dass er in Großbritannien eingekauft hatte war ihm gar nicht aufgefallen. Die Internetseite war auf Deutsch. Über mögliche Zusatzkosten gab es keine Hinweise.

Die Tasche wurde geliefert, aber der Versender Fedex wollte 27 Euro haben – für die so genannte Einfuhrumsatzsteuer und Bearbeitungsgebühren. Mehr als die Hälfte des Kaufpreises von 52 Euro.

Zusatzkosten nicht transparent  

Die Probleme entstehen vor allem, weil viele Shops Käuferinnen und Käufer nicht richtig informieren, sagt Isabelle Buscke vom Brüsseler Büro des Verbraucherzentrale Bundesverband. Obwohl sie nach wie vor dazu verpflichtet sind, wenn sie Produkte aus Großbritannien verschicken, sagt Isabelle Buscke vom Brüsseler Büro des Verbraucherzentrale Bundesverband: „Wenn Händler aus Großbritannien Waren in die EU verschicken, müssen sie sich nach wie vor an die Regeln des Binnenmarkts halten.“

Das bedeutet: Klar und deutlich über Zusatzkosten aufklären, die anfallen können. Und zwar bevor Kunden auf „Kaufen“ klicken.

Ursprungsland entscheidend für Zölle

Richtig teuer kann es werden, wenn aus Großbritannien Waren verschickt werden, die in einem anderen Land produziert wurden. Dann fällt nämlich nicht nur Einfuhrumsatzsteuer an, sondern echte Zölle. Beispiel: Ein Verbraucher bestellte Anfang des Jahres zwei Krawatten bei einem englischen Online-Shop. Kaufpreis: 250 Euro. 93 Euro Zoll kamen obendrauf – weil die Krawatten aus Italien stammten.

Blick ins Impressum

Damit so etwas nicht passiert, empfehlen Verbraucherschützer: Genau hinschauen. Im Impressum steht, wo der Online-Shop seinen Sitz hat. Wenn es eine britische Adresse ist, könnten Zusatzkosten drohen.

Wer schon reingefallen ist, sollte aber nicht gleich zahlen. Moritz Eismann zum Beispiel hat Fedex eine Mail geschrieben: Weil er bei der Bestellung nicht über die zusätzlichen Kosten informiert war, sehe er es nicht ein, die Rechnung zu begleichen. Seitdem hat er nichts mehr gehört.

Brexit macht Online-Kauf in GB teurer

WDR 2 Servicezeit 04.05.2021 04:05 Min. Verfügbar bis 04.05.2022 WDR 2


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Stand: 03.05.2021, 18:05