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Zu breite Autos für die linke Spur

Autobahnbaustelle

Zu breite Autos für die linke Spur

Von Stefan Göke

Die Baustelle an der A46 am Sonnborner Kreuz hat es besonders in sich: Die linke Spur ist eng, auf der einen Seite die Betonwand, auf der anderen die Lkw, und immer wieder Kurven. Der Bund will diese Spuren deutschlandweit erweitern, doch auch dann dürfen 20 Prozent der Autos dort immer noch nicht fahren, weil sie zu breit sind.

10 Zentimeter mehr

Runde Schilder am Baustellenanfang für die schmale Spur zeigen an: 2m oder 2,1 m. Damit ist nicht etwa die Breite der Spur gemeint, sondern wie breit das Auto sein darf. Das Schild mit 2 Metern findet sich in NRW nur noch vereinzelt, nach einer ADAC-Erhebung dürfen rund 70 Prozent der Fahrzeuge dort nicht mehr fahren. Meist findet sich das 2,10m-Schild, und das soll bald auch deutschlandweit gelten. Immerhin sind für diese Spuren aber immer noch rund 20 Prozent der Autos zu breit.

Problem: Wie breit ist mein Auto?

Der Fahrzeugschein hilft nur bedingt weiter. Dort steht tatsächlich die Breite des Autos, allerdings nur ohne Anbauten und Spiegel. Weil die aber mitzählen, muss der Autofahrer selber messen: Fenster links und rechts runter, ein Maßband durchschieben und los geht’s. Meist sind es locker mehr als 20 Zentimeter mehr als die angegebenen Werte im Fahrzeugschein.  

Auto zu breit – was heißt das?

Wer trotzdem auf einer zu schmalen Spur unterwegs ist, begeht damit eine Ordnungswidrigkeit, kann also ein Knöllchen bekommen. Die Kaskoversicherung zahlt auch trotz eines solchen Verstoßes, weil er nicht grob fahrlässig ist. Bei einem Unfall mit zwei Fahrzeugen kann das aber Folgen haben. Wer links fährt, hat ein Problem, und zwar unabhängig davon, ob das Auto nun einige Zentimeter zu breit ist oder nicht. Verkehrsrechtler Arnd Kempgens: „Wer versucht, sich auf der linken Spur so ein bisschen vorbei zu quetschen, hat ja eine geringere Spur für sich zur Verfügung als der andere, dadurch steigt seine Betriebsgefahr, und das wird bei Gericht bei der Haftungsabwägung auch berücksichtigt.“

So geht es richtig

Verkehrsexperten raten:  eher rechts fahren oder, wenn schon links, dann versetzt mit viel Platz zur Seite. Das schont die Nerven, und der Zeitverlust hält sich auch in Grenzen: In einer Baustelle von fünf Kilometern Länge verliert der Autofahrer, wenn er 10 km/h langsamer unterwegs ist, nur 25 Sekunden. Da lohnt sich der Nervenkitzel so gut wie gar nicht.

Stand: 14.04.2021, 16:01