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Blasenentzündung – Volksleiden oder Frauensache?

Das Bild zeigt eine Tasse Lungenkrauttee und Bluetenstaengel.

Blasenentzündung – Volksleiden oder Frauensache?

Von Barbara Brüwer

Mit der kalten Jahreszeit beginnt auch die Zeit der Blasenentzündungen. Doch warum ist das so? Was hat Sex damit zu tun? Und warum sind Hausmittel oft besser als Antibiotika? 

Brennen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang und Schmerzen im Unterleib – viele Frauen kennen diese Beschwerden. Denn Blasenentzündungen sind vor allem ein weibliches Problem. Jede zweite Frau leidet mindestens einmal in ihrem Leben an einer Blasenentzündung. Dass Infekte der Harnwege vor allem bei ihnen vorkommen, hat einen simplen anatomischen Grund: Harnröhren- und Darmausgang liegen bei Frauen näher zusammen als bei Männern und die weibliche Harnröhre ist deutlich kürzer, sodass Bakterien schnell den Weg in die Blase finden. Die Bakterien kommen dabei nahezu immer aus dem eigenen Körper – die Ansteckung auf dreckigen Toiletten ist eher ein Mythos.

Kälte als Risikofaktor 

Das bild zeigt symblolisch eine Blasenentzündung.

Kälte als Risikofaktor für Blasenentzündungen

Gerade Kälte ist ein Risikofaktor für Blasenentzündungen: Der Körper versucht die Wärme im Inneren zu halten und äußere Körperregionen werden weniger durchblutet. Das betrifft auch die Schleimhäute der Harnröhre, die normalerweise Krankheitserreger abhalten, durch die geringere Durchblutung aber nicht mehr so funktionieren. 

Blasenentzündung durch Sex?

Doch nicht nur Kälte kann ein Auslöser für Blasenentzündungen sein. Die Namen „Honeymoon-Zystitis“ oder „Flitterwochen-Syndrom“ deuten bereits darauf hin: Ein weiterer Beförderer der Krankheit ist Sex. Die Bakterien werden beim Geschlechtsverkehr allerdings fast nie vom Mann auf die Frau übertragen, sondern durch die Bewegung werden die Schleimhäute gereizt und Bakterien aus der Scheide in Richtung Harnröhre transportiert. Deshalb sollten Frauen nach dem Geschlechtsverkehr zeitnah Wasserlassen. 

Antibiotika sind nicht die einzige Lösung

2 Liter trinken? Unnötig!

Viel Wasser trinken bei leichten Blasenentzündungen

Bei leichten Harnwegsinfekten reicht es oft schon aus, mindestens eineinhalb bis zwei Liter Wasser am Tag zu trinken. Auch eine Wärmflasche oder ein warmes Körnerkissen sind sinnvoll, um die Schmerzen zu lindern und die Durchblutung zu fördern. Bessert sich ein Infekt nach einigen Tagen aber nicht, oder kommen Fieber, Abgeschlagenheit oder Blut im Urin dazu, ist der Gang zum Arzt unvermeidbar, sagt Doc Esser im WDR 2 Gesundheitspodcast “Frag dich fit”. Dann brauche es auch ein Antibiotikum. Von einer zu häufigen und unbedachten Antibiotika-Behandlung ist aber abzuraten: Die Darmflora wird dadurch durcheinandergebracht und der Körper sogar noch anfälliger für Infekte. Außerdem besteht die Gefahr, dass eine Resistenz gegen das Antibiotikum aufgebaut wird. Eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Studie hat aufgezeigt, dass zwei von drei Frauen mit leichten oder mäßigen Beschwerden auch ohne Antibiotikum gesund werden. 

Blasenentzündung – Was tun, wenn’s unten brennt?

Frag Dich fit 08.10.2021 25:47 Min. Verfügbar bis 10.10.2031 WDR 2


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Stand: 07.10.2021, 16:56