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Mikroabenteuer: Schlafsack, Natur und kein Auto

Abenteurer Christo Foerster macht ein Feuer vor einem Fluss

Mikroabenteuer: Schlafsack, Natur und kein Auto

  • Mikroabenteurer erleben Urlaub vor der eigenen Haustür
  • Kurze Auszeit ohne Auto und Zelt
  • Natur und Umgebung mit anderen Sinnen wahrnehmen

Mikroabenteurer Christo Foester bei WDR 2

WDR 2 11.06.2020 06:14 Min. Verfügbar bis 11.06.2021 WDR Online

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Als Christo Foerster geboren wurde, verschickten seine Eltern Karten mit der Aufschrift: "Christo Foerster geht auf Entdeckungsreise". Und der Junge hielt Wort.

Als Student schwänzte er ein ganzes Semester, um durch Südamerika zu tingeln. Auch ansonsten hat er viel Zeit im Flieger verbracht: Peru, Äthiopien, Karibik.  Seine Tätigkeit als Journalist und private Leidenschaft brachten ihn um den Globus.

Abenteuer ohne lange Reise

"Irgendwann kam ich in eine Situation, in der ich das nicht mehr machen konnte, aber gleichzeitig auch gar nicht mehr wollte." Er gründete eine Familie und machte sich selbstständig. Auf die Abenteuer verzichtet Foerster trotzdem nicht, nur auf die langen Reisen.

Mikroabenteurer Christo Foerster liegt  in einer Hängematte zwischen zwei Bäumen am Hafen

Mikroabenteuer: Einfach mal eine Nacht in der Hängematte am Hafen verbringen

Mikroabenteuer nennt sich dieser Trend, der maßgeblich von Foerster geprägt ist und "das Potential hat, unseren Alltag zu verändern", wie Foerster, der auch als Motivationstrainer arbeitet, berichtet. Foerster hat vier Spielregeln aufgestellt, die seiner Meinung nach ein Mikroabenteuer ausmachen.

Vier Spielregeln für ein Mikroabenteuer

  1. Kein Auto, kein Flugzeug.
  2. Im Freien übernachten, aber ohne Zelt.
  3. Nicht länger als 72 Stunden unterwegs sein.
  4. Die Natur so hinterlassen, wie sie vorher war.

"Man muss raus aus der Komfortzone", betont der Mikroabenteurer. "Wenn man sich fragt, wie man auch kleinere Wege vor der eigenen Haustür ohne Auto schafft, dann kommt man sich am Ende vor, wie jemand, der einen kleinen Expeditionsweg durch den Dschungel gegangen ist", sagt Foerster. Es gehe ihm dabei aber auch um Nachhaltigkeit. Wer die Natur erleben will, der will sie erhalten.

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An seinem Ziel schläft Foerster maximal in einem Schlafsack unter freiem Himmel. Das hat auch juristische Gründe. Wildzelten ist in Deutschland verboten. Foerster nutzt deshalb eine Grauzone aus, indem er nur einen Schlafsack bei sich hat. "Ich weiß nicht, wo ich einen Platz finde. Ich weiß nicht, was mich da erwartet und vor allem, wer mich da nachts erwartet", erklärt er sein Abenteuer. Dennoch hält sich der 42-Jährige an Regeln: Niemals in einem Naturschutzgebiet übernachten.

"Einfach die Ausreden zur Seite schieben und loslegen."

Mikroabenteurer Christo Foerster beim Stand-up-Paddling

Foerster, der zum Mikroabenteurer durch eine spontane Radtour von Hamburg nach Berlin und zurück in nur 24 Stunden wurde, hält Vorträge, mehr als 7.000 Menschen holen sich Tipps in seiner Facebook-Gruppe. Die Sehnsucht nach Expeditionen durch den heimischen Mischwald oder zum Bergsee scheint groß zu sein. "Du brauchst keinen Urlaub und keine tolle Ausrüstung um loszulegen. Man muss einfach die Ausreden zur Seite schieben und loslegen", sagt Foerster. Abenteuer müssen eben nicht immer "höher, schneller, weiter" sein.

Stand: 06.06.2020, 19:35