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WDR 2 Perlen des Westens

Perlen des Westens: Tolle Plätze in NRW

WDR 2 Perlen des Westens

Tolle Freizeitangebote gibt es nicht nur in Dortmund, Bielefeld, Düsseldorf oder Köln: Auch viele kleinere Orte im Westen haben etwas besonderes zu bieten.

Zwei Wochen lang macht sich WDR 2 Reporterin Friederike Müllender auf die Suche nach den "Perlen des Westens": Abseits der großen Städte ist sie unterwegs in Orten, die weniger als 40.000 Einwohner haben, dafür aber ein besonderes Highlight.

Perlen des Westens - Schöne Orte in NRW

Tolle Freizeitangebote gibt es nicht nur in Dortmund, Bielefeld oder Düsseldorf: Viele kleinere Orte im Westen haben etwas Besonderes zu bieten. WDR 2 besucht Orte, die weniger als 40.000 Einwohner und ein besonderes Highlight haben.

Das Prunkstück von Mechernich in der Eifel ist die mittelalterliche Wasserburg Satzvey. Das Bauwerk aus dem 12. Jahrhundert gilt vielen Besuchern als die schönste Burg Nordrhein-Westfalens.

Das Prunkstück von Mechernich in der Eifel ist die mittelalterliche Wasserburg Satzvey. Das Bauwerk aus dem 12. Jahrhundert gilt vielen Besuchern als die schönste Burg Nordrhein-Westfalens.

Das war nicht immer so: In den 60er Jahren war die Burg so heruntergekommen, dass sogar ihr Abriss erwogen wurde. Stattdessen wurden Burg und Nebengebäude aufwändig saniert, das Lebenswerk des Grafen Beissel von Gymnich.

Die Burg ist im Privatbesitz und nur an Freitagen und am Wochenende frei zugänglich. Ein Besuch lohnt sich aber in jedem Fall, schon allein wegen der originalgetreuen Einrichtung der Kammern und Zimmer.

Ein weiteres Highlight in Mechernich ist das Freilichtmuseum Kommern. Wer an dessen 75 Fachwerkhäusern vorbei läuft, fühlt sich wie bei einer Zeitreise ins Mittelalter. Die Besucher können in viele Häuser hinein gehen und sehen, wie damals Schulgebäude oder Kessler-Fabriken aussahen.

Der Blick so weit: Über Felder und Wiesen schweift der Blick bis in die Rheinebene, auf der anderen Seite grüßen die Höhenzüge der Nordeifel.

Das kleine Elsdorf im Rhein-Erft-Kreis hat gut 22.000 Einwohner und liegt in unmittelbarer Nähe des Tagebaus Hambach. Die Gemeinde hat eine lange Geschichte, die bis in die Römerzeit zurück reicht.

Die Römer bauten in Elsdorf eine Straße. Sie führte von Köln bis nach Frankreich zum Ärmelkanal. Ein römischer Meilenstein in der Stadt erinnert an diesen Weg. Später entstand rund um diese Straße ein kleines Dorf, aus dem Elsdorf hervorgegangen ist. 

Der Grouvener Weiher ist bei Spaziergängern und Radfahrern beliebt. Er liegt idyllisch von Bäumen umgeben im ländlichen Teil von Elsdorf. Weil sich die Bäume immer im Wasser spiegeln, ist der Weiher zu jeder Zeit ein beliebtes Fotomotiv. 

Ob pro oder kontra Braunkohle, der Blick von der Aussichtsplattform Terra Nova am Tagebau Hambach ist beeindruckend. Interessierte können sich hier hinsetzen, einen Kaffee trinken und die großen Maschinen und Bagger bei der Arbeit sehen.

In Extertal kommt Leben in den Wald: Am "Patensteig" finden sich zahlreiche von Einwohnern und Besuchern gemalte Schilder, die den Wanderweg zu einem besonderen Erlebnis machen. Auf der "Dichterbank" können inspirierte Wanderer ihre Gedanken in Reimform niederschreiben.

Der Weg führt durch wildromantische Bachtäler, über alte Brücken und vorbei an Wasserfällen bis zum Aussichtsturm an der Hohen Asch. Von dort hat man bei gutem Wetter einen tollen Blick bis zur Porta Westfalica. 

Ein Abstecher lohnt auch in die Gemeinde Almena: Das alte Weberdorf in malerischer Lage hat eine hübsche Kirche aus dem 12. Jahrhundert mit einem hunderte Jahre alten Taufaltar.

Lüdinghausen im Münsterland ist ein Paradies für Fans von Burgen. Burg Vischering ist eine Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert. Sie gilt als schönste und am besten erhaltene Burg im Münsterland. Nach einem Brand im 16. Jahrhundert musste sie fast vollständig neu aufgebaut werden. Während dieser Sanierungsarbeiten bekam Vischering ihr heutiges, von der Renaissance geprägtes Aussehen. Seit 1986 steht die gesamte Anlage unter Denkmalschutz. 

Erst vor wenigen Jahren wurde die Burg von innen und außen saniert. Dabei wurde sie kindgerechter und moderner gemacht. Im Inneren zeigen viele Animationen, wie das Leben früher auf der Burg war und wie die Bewohner ausgesehen haben. 

Die Burg Lüdinghausen ist nur 10 Minuten von der Burg Vischering entfernt. Sie wurde ebenfalls im 13. Jahrhundert erbaut und spielte eine große Rolle bei den Hexenverfolgungen in Lüdinghausen im 17. Jahrhundert. Im Gerichtshof der Burg wurden die Angeklagten befragt und gefoltert. Heute finden Ratssitzungen und Kurse der VHS in der Burg statt.

Im Ortskern von Lüdinghausen befindet sich eine aussterbende Branche: Elke Schlüter hat dort ihre Blaudruckerei. Sie ist eine der letzten neun Blaudruckerinnen in Deutschland. Erst vor kurzem hat die UNESCO den Blaudruck als immaterielles Weltkulturerbe ausgezeichnet.

Waltrop ist eine Perle der Kultur. Die Stadt liegt zwischen dem Kernbereich des Ruhrgebiets und dem ländlichen Münsterland, deshalb gibt es in Waltrop viel Industriekultur, aber auch schöne Wanderwege zu entdecken. Das alte Schiffshebewerk Henrichenburg wurde am 11. August 1899 im Beisein von Kaiser Wilhelm II. eröffnet. Es gilt als spektakulärstes Bauwerk des Dortmunder-Ems-Kanals. 1969 wurde es stillgelegt.

Nachdem das alte Schiffshebewerk stillgelegt wurde, drohte es zu verfallen. Deshalb überlegte die Stadt Waltrop, ob ein Abriss Sinn macht. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) beschloss jedoch, das Bauwerk das technisches Denkmal zu nutzen. Der LWL sanierte die Anlage und baute es zu einem Museum um.

Mit einer Höhe von 15 Metern ist die Halde Brockenscheidt eine der kleinsten Berghalden des Ruhrgebiets. Auch nach der Stillegung der Zeche Waltrop wurde hier bis 1985 weiter der Versatz aus anderen benachbarten Zechen aufgeschüttet. Im Jahr 2000 errichtete ein Künstler aus Castrop-Rauxel ein Denkmal an der Spitze der Halde. Aus 1000 gebrauchten Spurlatten baute er eine Pyramide, die seitdem als Aussichtsplattform für Besucher benutzt werden kann.  

Die Zeche Waltrop ist ein ehemaliges Steinkohle-Bergwerk. Von 1903 bis 1979 wurde hier Kohle und Koks geteuft.

Nach der Stilllegung wurden die Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. Nach der Zeche Zollverein in Essen ist die Zeche Waltrop das größte Zechen-Areal in Deutschland. Die ehemaligen Zechen-Gebäude werden heute als Ausstellungsräume und von anderen Fabriken genutzt.

Fleckenberg ist ein Ortsteil von Schmallenberg im Hochsauerlandkreis. Das kleine Örtchen liegt am Fuße des Rothaargebirges. Obwohl Fleckenberg sehr klein ist und nur knapp 1.500 Einwohner hat, gibt es hier einiges zu entdecken - unter anderem 185 Baudenkmäler.

Und auch ein Besteckmuseum. Bei einer einstündigen Führung im Museum Besteckfabrik sehen die Besucher, wie mit Maschinen, die über 100 Jahre alt sind, ein Löffel hergestellt wird. 

Nach dem Museum geht es ins Grüne. Faszinierend vor allem die Wanderung im Wisent-Gehege. Im März 2010 begann das Natur- und Artenschutzprojekt "Wisente im Rothaargebirge". Durch das Gehege soll der bedrohte Bestand der "Könige der Wälder" wieder gestärkt werden. 

Die Fläche des Wisent-Geheges ist 20 Hektar groß, also so groß wie 20 Fußballfelder.

Derzeit leben neun Wisente in dem Areal. Seitdem das Projekt ins Leben gerufen wurde, werden immer wieder Kälber im Sauerland geboren. Zuletzt bekam Ende Juli ein Wisent ein Neugeborenes. 

Mehr Idylle geht kaum. Durch die Ortschaft Albersloh der Kleinstadt Sendenhorst fließt der kleine Fluss Werse: Entlang des Wassers verlaufen einige Wander- und Fahrradwege. Vor allem bei heißem Wetter ist es hier im Schatten der Bäume und in der Nähe des Flusses angenehm kühl.

Viele alte Fachwerkhäuser und Brücken führen durch die kleine Ortschaft Albersloh. Es gibt Momente, da hört man hier nichts außer dem leisen Rauschen der Werse. Für alle Gestressten ist hier ein perfekter Ort für eine Auszeit.

Die Sendenhorster Pfadfinder haben am Eingang ihres Geländes einen Aussichtsturm erbaut. 16 von Hand gehobelte Douglasien-Stämme ragen ineinander verschränkt 11,47 Meter in die Höhe. 

Die katholische Pfarrkirche St. Martin ist ein architektonisches Highlight in Sendenhorst. 

In Attendorn im Sauerland gibt es einen großen See - den Biggesee. Der ist bei den Attendornern beliebt, aber auch ein häufiges Ziel von Urlaubern aus den Niederlanden und anderen Teilen Deutschlands. Hier kann man Boot fahren, segeln, aber auch tauchen.

Der Biggesee sichert die Versorgung des Ruhrgebiets mit frischem Wasser. Über die Bigge und Lenne gelang das Wasser in die Ruhr. Wegen des Baus der Talsperre zwischen 1956 und 1965 mussten knapp 2500 Menschen umgesiedelt werden. Zahlreiche ehemaligen Ortschaften wie Listernohl, Klinke und Dumicketal liegen heute unter Wasser.

Attendorn verfügt aber auch über eine Tropfsteinhöhle, die Atta-Höhle - sie gilt wegen ihrer Vielfalt und Größe als eine der schönsten Tropfsteinhöhlen in Deutschland. Sie ist mit knapp 200.000 Besuchern im Jahr die beliebteste und größte Schauhöhle in Deutschland.

Die Höhle wurde bei Abbrucharbeiten von Kalksteinen im Juli 1907 entdeckt. Im gleichen Jahr wurde sie auch bereits für Touristen erschlossen. Die ältesten Steine der Atta-Höhle sind 400 Millionen Jahre alt. Als die Tropfsteinhöhle entstand, lag Attendorn noch in einer Meeresbucht ungefähr dort, wo heute Nordamerika ist.

Um die Wege zu überbrücken, gibt es den „Biggolino“ - eine kleine Bimmelbahn, die von der Atta-Höhle bis zum Biggesee fährt. Die Fahrt dauert etwa 45 Minuten und führt durch die wunderschöne Altstadt von Attendorn.

Die Westruper Heide bei Haltern ist ein Relikt der letzten Eiszeit und so groß wie 125 Fußballfelder.

Zwischen dem Gestrüpp verstecken sich einige seltene Tierarten. Zum Beispiel kann man hier Schlingnattern, Ameisenlöwen und Eidechsen entdecken.

Insgesamt kann man hier auf zehn Kilometern durch die Heide bei Haltern wandern. Besonders schön ist es hier, wenn im August und September die Heide blüht.

Haltern hat eine besonders schöne Altstadt, um die sie viele Nachbarstädte beneiden.

Bereits die Römer lebten hier und legten ein Militärlager an.

Haltern verfügt auch über einen großen See, den Halterner Stausee: Seit 1930 versorgt dieser eine Millionen Menschen im Ruhrgebiet und im Münsterland mit Trinkwasser. Besonders beliebt sind Tretboot-Fahren auf dem See.

Alle Stationen:

  • Haltern am See
  • Attendorn
  • Sendenhorst
  • Fleckenberg
  • Waltrop
  • Lüdinghausen
  • Herongen
  • Extertal
  • Elsdorf
  • Mechernich

Perlen des Westens: Haltern am See

WDR 2 29.07.2019 02:22 Min. Verfügbar bis 28.07.2020 WDR Online

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Stand: 29.07.2019, 00:00