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Susanne Kerckhoff reflektiert über den Nationalsozialismus

Cover Susanne Kerckhoff - Berliner Briefe

Susanne Kerckhoff reflektiert über den Nationalsozialismus

Von Denis Scheck

  • Eine Berlinerin schreibt Briefe an jüdischen Freund
  • Der Roman erschien erstmals 1948
  • Eine literarische Sensation!

Susanne Kerckhoff - Berliner Briefe

WDR 2 Lesen 31.05.2020 05:07 Min. Verfügbar bis 31.05.2021 WDR 2

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Worum geht es?

Der Roman "Berliner Briefe" ist ein wichtiges Zeitdokument aus dem Jahr 1948, das jetzt zum Glück erneut veröffentlicht wurde. In dem Buch sind 13 Briefe abgedruckt, die eine junge Berlinerin mit dem Namen Helene an ihren jüdischen Freund schreibt, der im Exil in Frankreich lebt.

In ihren Briefen versucht Helene zu verstehen, was da in Deutschland eigentlich in den letzten Jahren genau passiert ist. Es geht um den Nationalsozialismus, den Krieg, um Macht und auch um die Frage nach der Schuld.

Helene blickt in ihren Briefen allerdings nicht nur zurück, sondern erzählt auch von der aktuellen politischen Stimmung im sich teilenden Deutschland.

Susanne Kerckhoff wurde 1918 in Berlin geboren. Sie spielte nach 1945 als Schriftstellerin, Publizistin und politische Stimme eine bedeutende Rolle im literarischen Diskurs der Nachkriegszeit. 1950 nahm Susanne Kerckhoff sich das Leben.

Was sagt Buchkritiker Denis Scheck?

Auch wenn es sich bei diesem Roman ganz klar um literarische Fiktion handelt, wird beim Lesen doch schnell klar, dass die Figur Helene in ihrer Meinung und ihren Gedanken sehr der Autorin Susanne Kerckhoff ähnelt.

Susanne Kerckhoff war eine überaus mutige Frau. Sie war eine freie, radikale und eigenständige Denkerin mit großem politischen Interesse, was einem mit jeder Zeile dieses Buches bewusst wird. Sie will verstehen und hat auch keine Angst, sich den großen Fragen zu stellen und ihre Meinung kund zu tun.

In diesem Buch wird wirklich Vergangenheitsbewältigung und Aufarbeitungen betrieben und das Spannende ist eben, dass die Autorin zeitlich so nah dran ist. Eine aufregende Reflexion, die immer noch ihren Wert hat und heute noch gelesen werden sollte.

Für wen ist das Buch?

Für Leser, die sich für die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus interessieren.

Das Buch auf einem Blick:

Susanne Kerckhoff
Berliner Briefe
128 Seiten
Verlag: Das Kulturelle Gedächtnis
ISBN: 978-3946990369
20 Euro

Stand: 31.05.2020, 00:00