Verena Rossbach - Mon Cheri und unsere demolierten Seelen

Mon Chéri und unsere demolierten Seelen: Ungewöhnlich und komisch

Stand: 24.07.2022, 00:00 Uhr

  • Einblicke in das Leben der 43 jährigen Charly Benz
  • Das Leben und der Tod, Familie und Freundschaft
  • Komisch, ungewöhnlich, rührend.

Mon Chéri und unsere demolierten Seelen

WDR 2 Lesen 24.07.2022 06:03 Min. Verfügbar bis 24.07.2023 WDR 2


Download

Worum geht es?

Charly Benz ist 43 Jahre alt, Single ohne Kinder, hat noch vier Geschwister, die ebenso leicht angedellt durchs Leben huschen wie sie. Im Laufe der Geschichte begreift sie, dass „man sich nicht aussuchen kann, mit wem man verwandt ist - seine Familie aber schon.“

Charly Benz hat ein paar Macken und eine macht ihr schwer zu schaffen. Sie kann keine Post öffnen, sie fürchtet sich vor dem, was drin stehen könnte.  Deshalb hat sie sich der Dienste von Herrn Schabowski versichert, im Hauptberuf Steuerberater, im Nebenerwerb offizieller Brieföffner.

Wenn Charly bei Herrn Schabowski die geöffneten Briefe abholt und sie besprechen, was zu tun ist, trinken sie Bohnenkaffee, essen Toffifee oder Müsliriegel. Die Geschichte, die sich zwischen beiden entwickelt, ist voll anrührender und abgefahrener Details, nichts davon möchte ich preisgeben.

Verena Roßbacher wurde 1979 in Bludenz/Vorarlberg geboren. Zunächst hat sie in Zürich einige Semester Germanistik, Philosphie und Theologie studiert und ist dann ans Deutsche Literaturinstitut Leipzig gewechselt. "Mon Chéri" ist bereits ihr vierter Roman.  

Was sagt Kritikerin Christine Westermann?

Dieser Roman hat knapp fünfhundert Seiten, das ist lang, aber auf keiner Seite langweilig. Die Autorin hat schwarzen und trockenen Humor, kann emotional und nachdenklich, ernsthaft und völlig durchgeknallt, geht herrlich verschwenderisch mit ihren Einfällen um.

Verena Roßbacher zitiert Peter Handke, der meinte, über Sexualität gebe es nichts zu schreiben. Nur um zweihundert Seiten später drei hinreißende Bettszenen zu beschreiben.

Christine Westermann vor einem Bücherregal

WDR 2 Literaturkritikerin Christine Westermann

„Mon chéri“ ist eines der ungewöhnlichsten und komischsten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Falls Sie beim Lesen nicht so auf Toffifee oder Müsliriegel stehen, Charly Benz rät bei Chips zu „John & John“, hergestellt aus altenglischen Kartoffelsorten.

Für wen ist das Buch?

Für alle, die auf der Suche nach einer guten Zeit sind und immer schon mal wissen wollten, warum Unterwäsche völlig überbewertet ist.

Das Buch auf einem Blick:

Verena Roßbacher
Mon Chéri und unsere demolierten Seelen
512 Seiten
Verlag: Kiepenheuer&Witsch
Übersetzung:
ISBN: 978-3-462-00119-8
Preis: 24,00 Euro