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Privateigentum: Bitterböses Porträt einer Pariser Vorstadthölle

Auf dem Cover von Julia Decks Roman Privateigentum ist ein Mann im pinkfarbenen Anzug beim Rasenmähen zu sehen

Privateigentum: Bitterböses Porträt einer Pariser Vorstadthölle

  • Ein toter Kater, Affären und eine verschollene Nachbarin
  • Ein Roman über menschliche Abgründe und geplatzt Träume
  • Bitterböse, überraschend und spannend

Julia Deck - Privateigentum

WDR 2 Lesen 10.11.2020 03:00 Min. Verfügbar bis 11.11.2021 WDR 2


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Worum geht es?

Ein Pariser Ehepaar zieht raus aufs Land - sie erfolgreiche Stadtplanerin, er atemberaubend gutaussehend, beide sehr stylisch. Sie ziehen in eine wahnsinnig schicke Okösiedlung mit kompliziertem Wassersystem und coolen Nachbarn, mit denen sie sich ständig treffen. Doch die Idylle bröckelt schnell.

Und entpuppt sich als Vorstadthölle. Es gibt einen Störenfried in häßlichen Microshorts, der gar nicht in das schicke Bild passen will. Es gibt einen toten Kater, eine laute Dauerbaustelle, viel zu dünne Wände und jede Menge menschliche Abgründe.

Langsam wird klar, dass die Ich-Erzählerin nicht alles erzählt. Sie nimmt uns mit zu ihren neuen Nachbarn: Auf spontane Parties, Kaffetrinken und französische Aperitifs. Und wir bekommen mit, wie langsam alles ins Schlingern gerät - und die Geschichte dann doch ganz anders endet als gedacht!

Über die Autorin:

Julia Deck ist in Paris geboren und hat an der Sorbonne Literatur studiert. Sie kennt die Pariser Boheme gut. Und entlarvt deren Doppelmoral mit feinem, fiesen Humor und geschicktem Storytelling. Sie arbeitete für viele Zeitungen und Zeitschriften und unterrichtet an der Journalistenschule.

Warum sollten Sie dieses Buch lesen?

"Privateigentum" ist absolut lesenswert. Eine sehr böse, fast schon makabere Satire, die einen beim Lesen beständig grinsen lässt. Denn man erkennt sich selbst - auch ohne Eigenheim. Jeder, der versucht, nachhaltig zu leben, fühlt sich schnell ertappt…

Julia Deck schreibt in der "Du"-Form an ihren Mann, was dem Roman vordergründig eine sehr direkte Sprache gibt. Doch schwingen viele Andeutungen mit, die sich nach und nach zu einem ganz anderen Bild zusammenfügen. Eine klug aufgebaute Geschichte, die vom ersten bis zum letzten Satz großen Spaß macht.

Für wen ist das Buch?

Ein Muss für jeden selbstironischen Eigenheimbesitzer: witzig und bissig - und doch tröstend viel schlimmer als in Wirklichkeit. Und auch ein großes Lesevergnügen für alle, die bewusst kein Eigenheim wollen - und nach diesem Buch einmal mehr wissen, warum nicht.

Das Buch auf einem Blick:

Julia Deck
Privateigentum
144 Seiten
Klaus Wagenbach Verlag
Übersetzung: Antje Peter
ISBN: 9783803113566
Preis: 18 €
Kategorie: Roman

Stand: 10.11.2020, 00:00