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Friedrich Ani - Letzte Ehre

Letzte Ehre: Eher Roman als Krimi

Stand: 15.08.2021, 00:00 Uhr

  • Drei Frauen, drei Verbrechen und eine Emittlerin
  • Auch wenn es um Verbrechen geht, ist es kein Krimi
  • Ein Roman von Friedrich Ani ist Pflichtlektüre

Friedrich Ani - Letzte Ehre

WDR 2 Lesen 15.08.2021 04:31 Min. Verfügbar bis 15.08.2022 WDR 2


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Worum geht es?

Es geht um drei Verbrechen, die nichts miteinander zu tun haben. Und dennoch haben sie eines gemein. Es sind Frauen, die von Männern auf perfide und brutale Art verletzt und missbraucht wurden. Körperlich und seelisch.

Ein 17-jähriges Mädchen, das nach einem Sexspiel stirbt. Eine Frau, die nach vielen Jahren jenem Mann wiederbegegnet, der ihr als kleines Mädchen Unsägliches angetan hat. Und im dritten Fall ist es eine Frau, die sich den Zorn eines Mannes zuzieht und dafür büßen muss.

Die Ermittlerin in den drei Fällen ist Marie Nasri. Sie hat eine sehr eigene Art, eine ungewöhnliche Fähigkeit. Sie kann gut zuhören, lässt Pausen zu und oft reden Verdächtige dann solange, bis sie sich selbst überführen. Wer zuviel redet, hat etwas zu verbergen, davon ist die Ermittlerin überzeugt.

Über den Autor

Friedrich Ani, geboren 1959, schreibt Romane, Gedichte, Jugendbücher, Hörspiele, Theaterstücke und Drehbücher. Seine Bücher wurden mehrfach übersetzt und aufgezeichnet. Für seinen Roman "Der namenlose Tag" hat Ani 2015 den Deutschen Krimi-Preis bekommen. Friedrich Ani lebt in München.

Was sagt Kritikerin Christine Westermann?

Wahrscheinlich hat der Verlag dieses Buch mit Bedacht nicht Krimi, sondern Roman genannt. Auch wenn es um Mord und Totschlag, um Vergewaltigung und Kindesmissbrauch geht. Denn was Friedrich Ani, den Autor, antreibt, sind die Menschen, die hinter den Geschichten stehen.

Christine Westermann vor einem Bücherregal

WDR 2 Literaturkritikerin Christine Westermann

Alle Menschen haben einen Bruch in ihrer Biografie, hat Friedrich Ani selbst einmal gesagt. Diesen Bruch vorsichtig herauszuschälen, ihn offenzulegen, das ist die große Kunst dieses Schriftstellers. Er tut das nie laut, nie grell. Sachte und sanft erzählt er von dem, was Menschen Menschen antun.

Friedrich Ani ist der Beschützer verlorener Seelen. Und das spürt man auf jeder Seite, beinahe in jedem Satz.

Für wen ist das Buch?

An einem Roman von Friedrich Ani, da gibt es nichts rumzukritisieren, der ist einfach Pflichtlektüre, hat mal einer geschrieben. Stimmt. Einfach lesen und dann vermutlich Ani-Fan werden.

Das Buch auf einem Blick:

Friedrich Ani
Letzte Ehre
270 Seiten
Verlag: Suhrkamp
ISBN: 978-3-518-42990-7
Preis: 22 €
Kategorie: Roman