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Elyas M'Barek als Romero in einer Szene des Films "Tausend Zeilen"

Tausend Zeilen

Stand: 29.09.2022, 00:00 Uhr

"Tausend Zeilen" mit Elyas M'Barek und Lars Bognius erzählt die Geschichte eines Journalisten, der Reportagen erfindet. Der Film ist eine Mischung aus Satire und Drama, der im besten Sinne gut unterhält.

Von Andrea Burtz

Antikriegsfilm, phantasievolle Tiere und der Relotius-Skandal

WDR 2 Kino 29.09.2022 04:13 Min. Verfügbar bis 29.09.2023 WDR 2


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Darum geht's

Der freie Journalist Juan Romero findet Ungereimtheiten in einer Titelgeschichte des preisgekrönten Reporters Lars Bogenius. Doch die Chefetage des Nachrichtenmagazins "Chronik" hält zu ihrer gefeierten Edelfeder und versucht, Romeros Suche nach der Wahrheit zu ignorieren. Zu sehr haben die Chefs auf ihren jungen Shootingstar gesetzt – da dürfen Unregelmäßigkeiten nicht sein. Doch Romero, ein redlicher, akribisch arbeitender Journalist und Vater von vier Kindern, ist nicht mehr stoppen. Bei seiner Recherche geht er buchstäblich an Grenzen, bis er nichts mehr zu verlieren hat. Außer seinem Job, seinem Ruf und seiner Familie.

Darum geht's wirklich

Regisseur Michael Bully Herbig erzählt fiktionalisiert die Affäre Claas Relotius, der 2018 als Hochstapler aufflog. Über Jahre hatte der vielfach ausgezeichnete Spiegel-Reporter Reportagen und Interviews frei erfunden. Der Journalist Juan Moreno kam damals den Lügen auf die Spur. Auf seinen Erinnerungen ("Tausend Zeilen Lüge") beruht das Drehbuch von Hermann Florin.

Die spielen mit

Jonas Nay spielt die Relotius-Figur, die im Film Lars Bogenius heißt. Elyas M’Barek verkörpert den Journalisten, der ihm auf die Spur kommt und Juan Romero heißt.

Das sagt Kinokritikerin Andrea Burtz

Die besten Geschichten schreibt das Leben! Den Relotius-Skandal hätte sich ein Drehbuchschreiben nicht besser ausdenken können. So viel Dreistigkeit ist einem Menschen kaum zu zutrauen. Regisseur Michael Bully Herbig kommt schnell auf den Punkt, inszeniert wie immer bildstark und humorvoll. Jonas Nay verkörpert den cleveren Lügner zurückgenommen, Elyas M’Barek überzeugt als rechtschaffener Familienvater mit Vollbart und ein paar Kilo mehr. "Tausend Zeilen" – eine Mischung aus Satire und Drama, die im besten Sinne gut unterhält.

Die Bewertung auf einen Blick

Vier von fünf Sternen

Satire, Deutschland 2022

Länge: 92 Minuten

Ab 12 Jahren

Kinostart: 29. September 2022