WDR 2 Neu im Kino: Liebesdings

Liebesdings

Stand: 07.07.2022, 00:00 Uhr

Anika Decker hat mit Drehbüchern zu "Keinohrhasen" und ihrer Regiearbeit von "Traumfrauen" bewiesen, dass sie Millionen ins Kino locken und zum Lachen bringen kann. Kann sie auch mit "Liebesdings" überzeugen?

Von Andrea Burtz

WDR 2 Neue Filme: "Rifkins Festival", "Liebesdings" und "Thor"

WDR 2 Kino 07.07.2022 03:58 Min. Verfügbar bis 07.07.2023 WDR 2


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Darum geht’s

Eine mediale Schmutzkampagne, die eine Boulevardreporterin angezettelt hat, zwingt Schauspielstar Marvin Bosch zur Flucht. Ausgerechnet am Tag der Premiere seines neuen Films! Zufällig landet er im feministisch-queeren "Theater 3000", das kurz vor der Pleite steht. Chefin Frieda nimmt ihn auf. Gemeinsam versuchen sie, das Theater und Marvins Ruf zu retten und kommen sich dabei näher. Das macht für beide das Leben nicht einfacher.

Darum geht‘s wirklich

Eine Liebeskomödie mit aktuellen Themen anzureichern: Feminismus, Queerness, Rassismus.

Die spielen mit

Elyas M‘ Barek spielt den Superstar, Lucie Heinze die Theaterleiterin. Außerdem sind noch Maren Kroymann, Rick Kavanian und Alexandra-Maria Lara dabei.

Das sagt WDR 2 Kritikerin Andrea Burtz dazu

Regisseurin Anika Decker hat mit Drehbüchern zu "Keinohrhasen" und "Zweiohrkücken" sowie in ihren Regiearbeiten "Traumfrauen" und "High Society" bewiesen, dass sie Millionen ins Kino locken und zum Lachen bringen kann. In "Liebesdings" erzählt sie jetzt von zwei Liebenden aus gegensätzlichen Milieus und hat sich dabei höchst aktuelle Themen vorgenommen: Ihre weibliche Hauptfigur ist eine Aktivistin, die sich auf der Bühne mit Rassismus, Feminismus und Queerness beschäftigt.

Die männliche Hauptfigur hingegen ist ein umsorgter Starschauspieler aus armen Verhältnissen, der heute für viel Geld Unterhaltungsfilme dreht. Wie soll dieses Liebespaar zusammenkommen?

In einer Mainstreamkomödie von Anika Decker sieht der Weg dahin so aus: Frauen tanzen im Theater 3000 in Tampon-Kostümen über die Bühne, der Filmstar bekommt zur Tarnung für den Clubbesuch einen Klitoris-Hut aufgesetzt. Dann schläft er in einem Vagina-Kissen ein, weil er heimlich zu viel von einem selbstgebrauten Drink getrunken hat. Ja, hier geht anzüglich, derb und manchmal auch unappetitlich zu. Ein Reporter muss Marvins Erbrochenes probieren, um herauszuschmecken, was er gegessen hat.

Im Filme wird nur über "Kotze" gesprochen, alles Mögliche ist "abgefuckt" oder "verfickt". Schwamm drüber, wenn doch die Dialoge perlen und die Geschichte überzeugen würde. Doch zwischen Heinze und M’Barek sprühen keine Funken. Ausgangssituation und angesteuerte Themenvielfalt hatten auf einen originellen Film hoffen lassen. Doch "Liebesdings" funktioniert weder als Komödie, noch als Romanze.

Die Bewertung auf einen Blick

Zwei von fünf
Komödie, Deutschland 2021
Länge: 99 min
Ab 12 Jahren
Kinostart: 7. Juli 2022