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Irresistible

Chris Cooper (l) als Jack Hastings und Steve Carell als Gary Zimmer in einer Szene des Films "Irresistible - Unwiderstehlich"

Irresistible

Von Andrea Burtz

Passend zu den US-Präsidentschaftswahlen kommt die Politsatire "Irresistible - Unwiderstehlich" in die Kinos. Regisseur und Komiker Jon Stewart schickt seinen Kollegen Steve Carell als Politstrategen ins ländliche Amerika.

Neu im Kino: "Irresistible" und "Max und die wilde 7"

WDR 2 Kino 06.08.2020 02:56 Min. Verfügbar bis 06.08.2021 WDR 2

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Darum geht es

Gary Zimmer, Kampagnenchef der demokratischen Partei, steht mächtig unter Druck. Nach dem Desaster der letzten Präsidentschaftswahlen macht er im Internet eine folgenreiche Entdeckung: In einem Video setzt sich Jack Hastings, ein Farmer in der politischen Provinz Wisconsins, mit aller Kraft für die Belange von Immigranten ein. Der mundfaule, aufrichtige Ex-Marine scheint perfekt Konservatives und Progressives zu vereinen. Kurzentschlossen macht sich Gary auf den Weg in den Swing State, um Jack für seine Belange einzuspannen. Das bleibt Faith Brewster, Garys Feindin bei den Republikanern, nicht verborgen. Auch sie macht sich ins Kaff Deerlaken auf, das nach und nach von Politikstrategen aus der Hauptstadt samt ihrer millionenschweren Wahlkampfmaschinen eingenommen wird. Doch die Bürger des Ortes sind längst nicht so hinterwäldlerisch, wie ihnen unterstellt wird.

Darum geht es wirklich

Ein großer Teil der Komik entsteht aus der Grundkonstellation: Abgehobene Hauptstadtelite fällt ins ländliche Amerika an, versucht sich volkstümlich zu geben und scheitert kläglich.

Darüber hinaus treibt Talkmaster Jon Stewart, der für Drehbuch und Regie verantwortlich ist, die Auswüchse des Politgeschäfts im Wahlkampf auf die Spitze: Wenn er zeigt, welche Geschütze aufgefahren werden, um irgendwie Geld zu beschaffen und wie unwichtig gleichzeitig Inhalte werden. Die Szene einer Spendengala in Washington mit dem aufrechten Bauern als "Stargast" ist schmerzlicher Höhepunkt des Films.

Die spielen mit

Steve Carell spielt den arroganten Politstrategen aus Washington, seinen weiblichen Gegenpart bei den Republikanern verkörpert Rose Burne. Die Hassliebe der beiden gehört zu den zu stark überzogenen Parts der Satire. Chris Cooper gibt den verschlagenen Farmer mit Herz, der zunächst kaum ein Wort herausbekommt, aber es faustdick hinter den Ohren hat.

Das sagt Kinokritikerin Andrea Burtz

Die Politsatire kommt kurz vor der US-Präsidentschaftswahl zum richtigen Zeitpunkt in die Kinos. Die Grundidee birgt Potential. Auch wenn "Irresistible" über die kompakte Laufzeit von 102 Minuten unterhält und zum Ende einen originellen Twist parat hat, kann sie mit vergleichbaren Satiren wie "Wag the dog – wenn der Hund mit dem Schwanz wedelt" nicht mithalten. Es tut einfach nicht weh genug! Ein bisschen mehr Bosheit hätte der Story gut getan.

Die Bewertung auf einen Blick

Drei von fünf Sternen

Politsatire, USA 2020

Länge: 102 Minuten

Altersbeschränkung: ab 6 Jahren

Kinostart: 06.08.2020

Stand: 06.08.2020, 00:01