Felix Kammerer (r.) als Paul Bäumer, Albrecht Schuch (l.) als Stanislaus Katczinsky und Edin Hasanovic als Tjaden Stackfleet in einer Szene des Films "Im Westen nichts Neues"

Im Westen nichts Neues

Stand: 29.09.2022, 00:00 Uhr

Die dritte Verfilmung des gleichnamigen Antikriegsromans von Erich Marie Remarque ist schonungslos und aufwändig realisiert, sagt WDR 2 Kinofrau Andrea Burtz. Und der Film geht ins Oscarrennen für Deutschland.

Von Andrea Burtz

Antikriegsfilm, phantasievolle Tiere und der Relotius-Skandal

WDR 2 Kino 29.09.2022 04:13 Min. Verfügbar bis 29.09.2023 WDR 2


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Darum geht's

Im Frühjahr 1917 meldet sich der Abiturient Paul Bäumer mit Klassenkameraden, um gemeinsam den Kriegsdienst antreten. Euphorisch zieht er gegen den Willen der Eltern ins Gefecht. Doch an der Westfront werden die Freunde schnell von der blutigen Realität eines brutalen Krieges eingeholt, in dem Menschenleben keine Rolle spielen.

Darum geht's wirklich

Die Regiearbeit von Edward Berger ("Jack", "Deutschland ‚83") ist die dritte Verfilmung des gleichnamigen Antikriegsromans von Erich Marie Remarque aus dem Jahr 1928.

Die spielen mit

Felix Kammerer spielt Hauptfigur Paul Bäumer, Devid Striesow General Friedrich, Daniel Brühl den liberalen Politiker Matthias Erzberger.

Das sagt Kinokritikerin Andrea Burtz

Schonungslos schildert auch diese dritte Verfilmung des Romanklassikers die Gräuel des Ersten Weltkriegs aus der Sicht eines jungen Soldaten. Abgebrannte Bäume, Tote im Morast und unendliche Steinwüsten bilden den Hintergrund für brutale Kämpfe. Flammenwerfer machen Soldaten zu menschlichen Fackeln, riesige Panzer walzen über sie hinweg. Und immer wieder Gasangriffe. Die aufwändig realisierte Literaturverfilmung fordert dem Zuschauer einiges ab. Friedensverhandlungen im Hintergrund wirken besonders zäh, während parallel Soldaten auf einem Schlachtfeld sterben, dessen Frontlinie sich über Jahre kaum verändert. Gnadenlos zieht der Krieg über Menschen und Lebensräume. Das spiegeln auch die Blicke der jungen Soldaten, die ums blanke Überleben kämpfen.

Bei diesen Bildern ist es kaum möglich, nicht an die aktuelle Weltlage zu denken. Ein packender Antikriegsfilm, der nachwirkt. "Im Westen nichts Neues" geht für Deutschland ins Oscarrennen als Kandidat der Kategorie "Bester nicht-englischsprachiger Film".

Die Bewertung auf einen Blick

Vier von fünf Sternen

Drama, Deutschland 2022

Länge: 147 Minuten

Ab 16 Jahren

Kinostart: 29. September

Ab 28. Oktober beim Streamingdienst Netflix