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Handyfasten: Familie Grotthaus verzichtete eine Woche aufs Smartphone

Bildmontage: Ein Smartphone wird ausgeschaltet. Davor ein Foto der Familie Grotthaus aus Mülheim

Handyfasten: Familie Grotthaus verzichtete eine Woche aufs Smartphone

Katrin und Martin Grotthaus wagten für WDR 2 ein Experiment: Gemeinsam mit den Söhnen Linus und Jos verzichteten sie eine Woche lang auf das Smartphone. Für den Alltag der Familie aus Mülheim eine echte Herausforderung. Hier die Erfahrungen aus den Tagen ohne Handy.

Tag 1

WDR 2 Reporterin Kyra Preuß sammelt die Smartphones ein

WDR 2 06.03.2019 03:27 Min. WDR Online

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Die Schwierigkeiten beginnen direkt am Morgen: Normalerweise sorgt der Handywecker dafür, dass alle Familienmitglieder rechtzeitig aufstehen. Diesmal muss der Star Wars-Spielzeugwecker von Sohn Linus herhalten.

Für den Familienalltag ist der Smartphone-Verzicht eine echte Herausforderung: Fast alles wird normalerweise über Kurznachrichten und digitale Kalender organisiert: Wer fährt die Kinder zu Freizeitaktivitäten und wer holt sie bei Freunden ab? Mutter Katrin bekommt berufliche und familiäre Infos über WhatsApp-Gruppen, erinnert ihren Sohn an einen Arzt-Termin oder googelt mal eben etwas.

Sohn Linus nutzt sein Smartphone für Spiele, den Chat mit Freunden und YouTube. Der älteste Sohn möchte das Gerät während der Fastenzeit behalten, aber nicht benutzen. Besser hat es da sein Bruder Jos, der noch kein Smartphone besitzt.

Tag 1: Die ersten zwölf Stunden sind überstanden

Handyfasten: "Ich habe es ein bisschen unterschätzt"

WDR 2 06.03.2019 03:03 Min. WDR Online

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"Ich habe es ein bisschen unterschätzt", räumt Vater Martin Grotthaus direkt am Nachmittag des ersten Tages ein. So konnte er zum Beispiel seinen Bruder nicht erreichen, weil er dessen dienstliche Nummer nur im Handy gespeichert hat. Und er gibt zu: "Irgendwie fehlt mir was." Beim Verlassen des Büros denke er immer, er müsse noch etwas mitnehmen.

Tag 2: 24-Stunden-Bilanz

Handyfasten: Der alte Wecker ist ein "Folterinstrument"

WDR 2 07.03.2019 03:00 Min. WDR Online

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24 Stunden sind rum und noch ist niemand schwach geworden. Wirklich niemand? Sohn Linus gibt zu: Er hat tatsächlich ein Mal bei einem Freund aufs Handy geschaut, um ein Bild zu zeigen. Mutter Katrin ist noch ganz entspannt, vermisst aber den Handywecker: Der alte Wecker, der nun benutzt werde, sei ein "Folterinstrument".

Tag 3: Das Handy wird an vielen Stellen vermisst

Handyfasten: Auf Euphorie folgt Ernüchterung

WDR 2 08.03.2019 01:52 Min. WDR Online

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"Der ersten Euphorie ist eine leichte Ernüchterung gewichen", stellt Vater Martin Grotthaus am dritten Tag des Experiments fest. An vielen Stellen vermisst er inzwischen das Handy: zum Beispiel um sich mal eben mit seiner Frau austauschen, eine Notiz zu schreiben oder kurz mal die Taschenlampe zu benutzen.

Tag 3: Zeitvertreib mit Lesen und Klavierspielen

Handyfasten: "Es ist manchmal wirklich sehr hart"

WDR 2 08.03.2019 03:11 Min. WDR Online

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Manchmal ist es "wirklich sehr hart", nicht immer über WhatsApp auf dem Laufenden zu sein, erzählt der 11-jährige Linus. Und was sagen seine Freunde zu dem Experiment? Die "nehmen das ganz gechillt wahr", sagt Linus. Er hat festgestellt: "Ich lese in letzter Zeit viel mehr und habe mal wieder angefangen Klavier zu spielen."

Tag 4: Geburtstagsglückwünsche ohne Handy

Handyfasten: Das Festnetztelefon ist ein bisschen überfordert

WDR 2 09.03.2019 02:39 Min. WDR Online

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Katrin hat Geburtstag und die Glückwünsche kommen nicht auf dem Handy an, sondern das Festnetztelefon steht nicht still. Insgesamt könne sie sich aber besser konzentrieren, berichtet Katrin. Was ihr fehlt sei der schnelle Kontakt mit Freunden via WhatsApp.

Tag 5: Joggen im Regen - ohne Informationen aus der Wetterapp

Handyfasten: Joggen ohne App und Smartwatch

WDR 2 10.03.2019 02:50 Min. WDR Online

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Vater Martin ist ein Fan von Fitness-Apps und Apps zur Aufzeichnung von Körperfunktionen. Über seine Smartwatch überwacht er normalerweise seinen Herzschlag, zeichnet seinen Schlaf auf und auch beim Joggen darf das Handy nicht fehlen, damit er weiß, wie viele Kilometer er in welcher Zeit zurückgelegt hat. Joggen ohne technische Hilfsmittel fand er er aber angenehm und "ganz gechillt".

Tag 6: Hausaufgaben landen im Lernplaner

Handyfasten: Urlaub zuhause

WDR 2 11.03.2019 02:43 Min. WDR Online

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"Lässt sich gut aushalten", sagt Martin Grotthaus an Tag sechs des Handyfastens. Die Geburtstagsgäste am Wochenende sahen das offenbar nicht ganz so. Die Bitte, doch auch für ein paar Stunden auf das Handy zu verzichten, stieß auf wenig Gegenliebe. Erfreulicher Nebeneffekt bei Sohn Linus: Hausaufgaben werden nun nicht mehr per WhatsApp bei den Mitschülern abgefragt, sondern gewissenhaft im Lernplaner vermerkt.

Tag 7: Geburtstagsständchen und Rückblick auf stressige Stunden

Handyfasten: Wer holt die Kinder vom Sport ab???

WDR 2 12.03.2019 03:00 Min. WDR Online

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Martin Grotthaus hat Geburtstag - Ständchen und Glückwünsche gibt's übers Festnetztelefon. Keine SMS, keine WhatsApp mit Feuerwerk und freundlichen Smileys. Er blickt zurück auf Montag: Am Morgen war er im WDR 2 Gespräch noch tiefenentspannt, später "hat's uns voll erwischt". Langer Stau auf der Autobahn, Martin Grotthaus saß fest. Ohne Handy keine Möglichkeit, sich spontan abzustimmen, wer denn nun den Nachwuchs vom Sport abholt. "Das Handy hätte mich nicht aus dem Stau rausgeholt oder die Autos weggezaubert, aber es wäre etwas erträglicher gewesen."

Tag 8: Endlich wieder ein Smartphone

Handyfasten: "Interessante Erfahrung"

WDR 2 13.03.2019 04:10 Min. WDR Online

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Das war's. Die Woche ohne Handy ist vorbei. Bei Katrin Grotthaus sind in dieser Zeit 321 WhatsApp Nachrichten aufgelaufen, bei Vater Martin 268. Fazit: "Es war eine interessante Erfahrung", fasst Katrin Grotthaus zusammen. "Ich glaube, wir müssen auf Dauer lernen, einen bewussteren Umgang mit dem Handy zu pflegen." Und worauf freut sich Sohn Linus nach der Online-Abstinenz? "Freunden zurückschreiben, Fortnite spielen, Youtube gucken."

Ab wann sollten Kinder überhaupt ein Smartphone haben?

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Stand: 08.03.2019, 11:17