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Warum hat das Wochenende nur zwei Tage?

Detaiansicht eines Kalenders, Samstage und Sonntage sind farbig unterlegt

Warum hat das Wochenende nur zwei Tage?

Von Frank Krieger

Matti (5 Jahre) hat eine Frage an die Maus, die sich auch der eine oder andere Arbeitnehmer bisweilen stellen mag: Warum hat das Wochenende nur zwei Tage und nicht drei?

Warum hat das Wochenende nur zwei Tage?

WDR 2 Frag doch mal die Maus 18.06.2021 01:48 Min. Verfügbar bis 18.06.2022 WDR 2


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Es sind nicht nur, sondern immerhin zwei Tage. Die Maus hat herausgefunden: Früher gab es nur einen Tag Wochenende. Der Samstag war für viele ein ganz normaler Arbeitstag. Vor rund 60 Jahren mussten die Menschen nicht wie heute 40, sondern 48 Stunden pro Woche arbeiten. Also auch am Samstag. In den 1960er Jahren haben es die Gewerkschaften geschafft, die 40-Stunden-Woche durchzusetzen. Und so haben viele Erwachsenen zwei Tage Wochenende.

Unterricht am Samstag

Früher war auch samstags immer Schule, dann nur noch alle vierzehn Tage. Viele Eltern werden sich daran erinnern. Später wurde die Schule auf fünf Tage pro Woche umgestellt. In NRW heißt es dazu in den Schulvorschriften: "Der Unterricht wird als Vollzeitunterricht in der Regel an wöchentlich fünf Tagen erteilt. Über Ausnahmen entscheidet die Schulkonferenz im Einvernehmen mit dem Schulträger".

Diskussion um Vier-Tage-Woche

Es gibt aber Forderungen, noch mehr Wochenende zu bekommen, also vielleicht nur drei oder vier Tage in der Woche zu arbeiten. Einige Firmen experimentieren damit, aber viele Unternehmen wollen das momentan nicht, weil sie Probleme befürchten: Entweder man müsste die Firma zwischendurch zu machen – dann könnte man aber weniger herstellen und verkaufen. Und viele Kunden wollen zumindest von Montag bis Freitag die Firma erreichen. Oder man müsste mehr Mitarbeiter*innen einstellen. 

Spanien zumindest startet ab Herbst 2021 ein Modellprojekt, um die Vier-Tage-Woche zu testen. Bis zu 6.000 Mitarbeiter*innen von kleinen und mittleren Unternehmen arbeiten dann einen Tag pro Woche weniger - und zwar mindestens ein Jahr lang. Damit sie weiterhin ihr volles Gehalt bekommen, zahlt der Staat Zuschüsse. Die Idee dahinter: Damit das Arbeitspensum weiterhin erledigt wird, schaffen die Firmen neue Jobs.

"Werktag" nicht gleich "Arbeitstag"

Zum guten Schluss noch zum Wort "Werktag". Obwohl die meisten Menschen in Deutschland inzwischen eine 5-Tage-Woche haben, gilt auch der Samstag noch als Werktag. Laut Bundesurlaubsgesetz gelten alle Kalendertage, die keine Sonntage oder gesetzliche Feiertage sind, als Werktage. Dazu gehört also auch der Samstag. Also "Arbeitstage" und "Werktage" sind nicht das Gleiche.

Die Antwort lautet also:

Zwei Tage Wochenende gibt es für viele Arbeitnehmer erst seit Ende der 1960er Jahre. Vorher wurde in den meisten Branchen auch am Samstag gearbeitet. Bei der Einführung einer Vier-Tage-Woche gibt es finanzielle und organisatorische Hürden. In Spanien soll sie aber ab Herbst 2021 in einem Modellprojekt getestet werden.

Habt ihr auch eine Frage an die Maus?

Jeden Morgen beantwortet die Maus bei WDR 2 Kinderfragen zu den spannendsten Themen. Ihr wollt auch etwas wissen? Dann stellt der Maus Eure Frage.

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Stand: 18.06.2021, 00:00