Warum heißt der Ohrenkneifer so?

Gemeiner Ohrwurm (Forficula auricularia) auf einem Blatt, Männchen mit langen Hinterleibszangen

Warum heißt der Ohrenkneifer so?

Von Frank Krieger

Rebecca ist neun Jahre alt und hätte von der Maus gerne eine Erklärung für den seltsamen Namen eines Insekts: Warum heißt der Ohrenkneifer so?

Warum heißt der Ohrenkneifer so?

WDR 2 Frag doch mal die Maus 07.08.2020 01:24 Min. Verfügbar bis 07.08.2021 WDR 2

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Die Maus sagt:

Das Wichtigste vorab: Der Ohrenkneifer ist für den Menschen völlig harmlos. Auch wenn der Name nicht so klingt. Das nachtaktive Insekt kriecht weder ins Ohr, noch kneift es hinein.

Die Antwort lautet also:

Vor Ohrenkneifern muss niemand Angst haben. Außer man ist eine Blattlaus. Ohrenkneifer, die eigentlich Ohrwürmer heißen, sind nämlich richtig nützlich. Sie fressen Blattläuse von den Rosen im Garten. Deshalb lohnt es sich, sie als Schädlingsbekämpfer im Beet zu fördern, statt sie zu vertreiben. Das spart Pflanzenschutzmittel. Es gibt sogar richtige Ohrenkneiferhotels.

Wenn man Ohrenkneifer aus der Nähe betrachtet, sehen sie durchaus unangenehm aus: Hinten am Körper haben sie Zangen, die Männchen sogar ziemlich große. Mit denen wird aber nichts gekniffen, erst recht nicht menschliche Ohren. Ohrenkneifer benutzen sie für ihre Verteidigung und können damit auch ihre Flügel auseinander falten.

Im Mittelalter wurde das Insekt zermahlen und bei Ohrenschmerzen verabreicht. Daher stammt vermutlich auch sein seltsamer Name.

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Stand: 07.08.2020, 08:00