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Auf einem alten Telefon sind die Notrufnummern für Polizei und Feuerwehr auf der Mitte der Wählscheibe vermerkt

Warum sind 110 und 112 die Notrufnummern für Polizei und Feuerwehr?

Stand: 25.02.2022, 00:00 Uhr

Jonahs (6) Vater arbeitet im Rettungdienst und so hat er diese Frage an die Maus: Warum hat die Polizei die Nummer 110 und die Feuerwehr die 112?

Von Frank Krieger

Warum sind 110 und 112 die Notrufnummern für Polizei und Feuerwehr?

WDR 2 Frag doch mal die Maus 25.02.2022 01:58 Min. Verfügbar bis 25.02.2023 WDR 2


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Die Maus hat zu dieser Frage viel recherchiert, zum Beispiel bei der Berliner Polizei. Die hat dazu eine "amtliche" Antwort gegeben, wie sie selbst sagt.

Notrufnummer: einfach und kurz

Also: Die Notrufnummer muss natürlich ganz einfach sein. Aber 111 ist vielleicht nicht so gut, wenn kleine Kinder am Telefon spielen und ganz oft eine Taste drücken, dann gibt es viele Fehlalarme. Hinzu kommt: Gegen die 111 sprachen bei der Einführung von Notrufnummern auch technische Gründe.

Ein Blick zurück: Damals, als es die ersten Telefone gab, gab es schon spezielle Nummern. 101 war beispielsweise die Vermittlung - ganz früher musste man nämlich noch jemandem sagen, wen man anrufen will. Da konnte man nicht einfach selbst die Nummer eintippen. Und 102 war eine Störungshotline. Dann kamen weitere Nummern dazu. 110 war wohl die nächste freie Nummer - für die Polizei. Und 112 für die Feuerwehr.

Die Nummern konnte man einfach wählen und sich gut merken. Früher hatten Telefone keine Tasten, sondern eine Wählscheibe. Da musste man seinen Finger in das Loch einer Scheibe stecken und diese drehen. Je größer die Zahl war, desto länger hat das Wählen gedauert. Also waren zweimal "1" in der Telefonnummer gut für den Notruf, weil man ihn schnell wählen konnte.

Vor 50 Jahren: Keine einheitlicher Notruf

Was die Maus auch herausgefunden hat: Vor 50 Jahren gab es die Notrufnummern nur in wenigen Großstädten. Menschen auf dem Land oder in kleinen Städten mussten die Telefonnummer ihrer nächsten Polizeistation oder des Krankenhauses im Kopf haben. Notrufmelder an Land- oder Bundesstraßen gab es ebenso wenig wie Krankenwagen mit Funkgeräten. Regelmäßig starben Menschen, weil Retter zu spät alarmiert wurden.

Unter ihnen auch ein achtjähriger Junge - Björn Steiger. Er hatte 1969 einen Unfall und der Krankenwagen kam erst nach 56 Minuten. Seine Eltern wollten etwas verändern, gründeten die Björn-Steiger-Stiftung und kämpften unter anderem für ein zentrales Rettungssystem und einen bundesweiten Notruf. Nach mehr als 6.000 Briefen an Politiker waren sie endlich erfolgreich: Im Jahr 1973 wurde die bundesweite Einführung der Notrufnummern 110 und 112 beschlossen.

Die Antwort lautet also:

Noch vor rund 50 Jahren gab es Notrufnummern nur in wenigen Großstädten, die Einführung der "110" für die Polizei und "112" für die Feuerwehr wurde erst 1973 beschlossen. Die Nummern mussten kurz, einfach und gut zu merken sein, auch in der Hektik einer Ausnahmesituation.

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