Zwei gähnende Kinder

Warum ist gähnen ansteckend?

Stand: 17.05.2022, 00:00 Uhr

Olsen (6 Jahre alt) aus Neukirchen-Vluyn möchte gerne von der Maus wissen, warum gähnen so ansteckend ist.

Von Frank Krieger

Warum ist gähnen ansteckend?

WDR 2 Frag doch mal die Maus 17.05.2022 01:49 Min. Verfügbar bis 17.05.2023 WDR 2


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Fünf bis zehn Mal gähnen wir pro Tag - im Durchschnitt, haben Wissenschaftler herausgefunden. Zunächst einmal hat die Maus also geklärt, warum wir überhaupt gähnen. Lange Zeit dachten die Menschen: Wenn das Gehirn zu wenig Sauerstoff bekommt, dann gähnt man. Stimmt aber nicht, sagen Wissenschaftler.

Gähnen macht auch nicht wach. Also: Warum gähnt man dann? Völlig sicher sind sich Experten immer noch nicht.

Wir gähnen nicht nur, wenn wir müde sind, sondern auch bei Stress, Langeweile oder Hunger. Es gibt Forscher, die meinen, dass durch das Gähnen das Blut abgekühlt wird, das zum Gehirn fließt. So arbeitet das Gehirn besser. Wenn das Gehirn nämlich nur um 0,1 Grad wärmer wird, dann kann es nicht mehr so gut arbeiten.

Aber warum müssen wir gähnen, wenn andere gähnen?

Dieses Verhalten hat etwas mit unserem Einfühlungsvermögen zu tun. Wir haben sogenannte Spiegelneuronen. Also, einfach gesagt: In unserem Gehirn gibt es Zellen, die versuchen, andere Menschen zu spiegeln. Um zu zeigen: Ich verstehe dich! Deswegen lächeln wir, wenn jemand anderes lächelt oder gähnen, wenn jemand anderes gähnt.

Eine Studie zeigt: Jeder zweite gähnt mit, wenn jemand anderes gähnt. Auch Hunde gähnen, wenn ihr Herrchen gähnt. Aber auch um sich gegenseitig zu beruhigen.

Die Antwort lautet also:

Das "Mitgähnen" ist sehr wahrscheinlich eine unbewusste Art der Kommunikation, um dem Gegenüber zu signalisieren: "Ich fühle mit, ich verstehe Dich". Verantwortlich für dieses Verhalten sind sogenannte Spiegelneurone im Gehirn. Sie sind dafür verantwortlich, dass im Gehirn eines Menschen, der einen anderen bei einer Tätigkeit beobachtet, die gleichen Zellen aktiv sind, wie bei dem, der eigentlich aktiv ist. Dies führt oft zu einer Art emotionaler "Ansteckung", zu spontaner Imitation.

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