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Intensivstationen droht Überlastung

Mediziner und Pfleger versorgen einen an Covid-19 erkrankten Patienten auf einer Intensivstation

Intensivstationen droht Überlastung

  • Bundesweiter Inzidenzwert steigt auf über 160
  • RKI-Chef Wieler warnt vor Überlastung des Gesundheitssystems
  • Intensivmediziner: Nicht auf Infektionsschutzgesetz warten

Intensivstationen droht Überlastung

WDR 2 Das Thema 15.04.2021 03:21 Min. Verfügbar bis 15.04.2022 WDR 2


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Über 29.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus wurden binnen eines Tages ans Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet, damit nähert sich die Zahl dem bisherigen Höchstwert. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt im bundesweiten Schnitt inzwischen bei 160,1. In zahlreichen Städten und Kreisen in NRW auch deutlich darüber (Stand: 15.04.2021) - darunter der Märkische Kreis mit 222,6 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, Hagen mit 267,1 oder Remscheid mit 327,8.

Wieler: Überlastung des Gesundheitssystems droht

Vor diesem Hintergrund warnte RKI-Chef Lothar Wieler eindringlich: "Wir müssen jetzt handeln und damit Menschenleben retten". Die Zahl der neuen Fälle sei zu hoch, dadurch drohe eine Überlastung des Gesundheitssystems. Er wies auf die Situation auf den Intensivstationen hin. Dort steige die Zahl der Patienten kontinuierlich an. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn betonte Wieler: Es müsse dringend gegengesteuert werden, etwa durch Kontaktreduktion. Weitere Öffnungsschritte seien nicht möglich.

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Intensivmediziner: Nicht auf Infektionsschutzgesetz warten

Unterdessen wird weiter über die geplante Änderung des Infektionsschutzgesetzes gestritten - sind Ausgangssperren verfassungskonform, sind die angepeilten Verschärfungen für den Einzelhandel verhältnismäßig? Aus Sicht der Intensivmedizin stellt sich die Lage gänzlich anders dar: "Wir müssen jetzt handeln", betont Christian Karagiannidis, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin, im WDR 2 Interview. Durch die britische Variante des Coronavirus würden deutlich mehr Patienten intensivpflichtig, so Karagiannidis.

Vor allem in Ballungsgebieten müssten daher die Maßnahmen schon jetzt verschärft werden: "Wir müssen nicht auf das Infektionsschutzgesetz warten", so Karagiannidis. Auch stark ausgelastete Kliniken sollten bereits jetzt Vorsorge treffen und Patienten innerhalb NRWs und notfalls auch über die Grenzen des Bundeslandes hinweg verlegen - "damit nächste und übernächste Woche noch ausreichend Kapazitäten zur Verfügung stehen".

Intensivmediziner: "Nicht auf Infektionsschutzgesetz warten"

WDR 2 15.04.2021 04:42 Min. Verfügbar bis 15.04.2022 WDR 2


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Stand: 15.04.2021, 16:00