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Diskussion um "Brücken-Lockdown"

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet beim besuch des Impfzentrums in Aachen (05.04.2021)

Diskussion um "Brücken-Lockdown"

  • Laschet fordert "Brücken-Lockdown" und vorgezogene MPK
  • Gemischte Reaktionen auf Vorschlag
  • Feldenkirchen: "Kehrtwende" Laschets

Diskussion um "Brücken-Lockdown"

WDR 2 Das Thema 06.04.2021 03:30 Min. Verfügbar bis 06.04.2022 WDR 2


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Notbremse, harter Lockdown oder Wellenbrecher-Lockdown - für die Corona-Einschränkungen gab es im Laufe der Pandemie schon diverse Bezeichnungen. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat nun am Ostermontag einen sogenannten "Brücken-Lockdown" und die Vorverlegung der Ministerpräsidentenkonferenz gefordert. Damit solle man den nach wie vor hohen Infektionszahlen und vor allem der steigenden Zahl von Patienten auf Intensivstationen begegnen.

Dauer des "Brücken-Lockdown" offen

Unklar ist, wie lang diese "Brücke" eigentlich sein muss. Laschet veranschlagt "zwei bis drei Wochen". Bis die Mehrheit der Bürger durch eine Impfung vor einer Erkrankung an Covid-19 geschützt sein wird, werden allerdings noch mehrere Monaten vergehen. Bislang (Stand 05.04.2021) haben im Bundesschnitt gut zwölf Prozent der Menschen eine Erstimpfung bekommen.

Gemischte Reaktionen auf Vorschlag

Laschets Vorschlag stieß auf gemischte Reaktionen. So stellte sich Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hinter den Vorstoß seines NRW-Kollegen. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) lehnt sowohl einen "Brücken-Lockdown" als auch ein Vorziehen der Ministerpräsidentenkonferenz ab: "Vor Ostern hat Aktionismus bei vielen Menschen für einen Vertrauensverlust gesorgt, nach Ostern dürfen wir diesen Fehler nicht wiederholen", so Weil. Auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund erteilte Laschets Vorschlägen eine Abfuhr. Man solle sich darauf konzentrieren, das zu "vereinheitlichen und schärfen", was bereits vereinbart worden sei, so Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg.

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Feldenkirchen: Laschet vollzieht 180-Grad-Wendung

Die Erfindung des Brücken-Lockdowns sei der Versuch, "uns so ein bisschen hinters Licht zu führen", sagt Hauptstadtjournalist und WDR 2 Beobachter Markus Feldenkirchen. Laschet habe in der Runde der Ministerpräsidenten stets zu jenen gehört, die eher für Lockerungen denn für Lockdown plädiert hätten. Angesichts der Stimmung in der Bevölkerung und der nahenden Entscheidung über die Kanzlerkandidatur habe er nun eine 180-Grad-Wendung vollzogen. Das jüngste Bekenntnis zum Lockdown sei das Resultat "schierer Panik", so Feldenkirchen.

Brücken-Lockdown: "Kehrtwende" für Laschet

WDR 2 06.04.2021 04:30 Min. Verfügbar bis 06.04.2022 WDR 2


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Netz spottet über "Brücken-Lockdown"

Zumindest zur Erheiterung der Netzgemeinde hat der Vorschlag für einen "Brücken-Lockdown" beigetragen. Unter dem Hashtag #Laschethatnachgedacht posteten Twitter-Nutzer am Dienstag Bilder von einstürzende Brücken, Brücken, die ins Nichts führen oder Menschen, die von Brücken springen.

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Stand: 06.04.2021, 15:40