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Robert Bryndza - Night Stalker

Cover von Robert Bryndza: Night Stalker; im Hintergrund die Skyline von London

WDR 2 Krimitipp

Robert Bryndza - Night Stalker

Von Christian Beisenherz

"Night Stalker" - schon der Titel dieses Krimis ist wenig vertrauenerweckend. So wenig wie das Gefühl, verfolgt zu werden und sich zu jeder Tages- und Nachtzeit bedroht zu fühlen.

Aber der Night Stalker in diesem Buch geht sogar noch einen Schritt weiter - er wird vom Stalker zum Mörder. Zum Mörder, der sich in Internetchats herumtreibt und seine Morde da ankündigt. Er kennt seine Opfer sehr genau, ihre Gewohnheiten, ihre Tagesabläufe. Und bricht in diese Abläufe sehr unvermittelt und mörderisch ein. Das wissen wir so genau aber zu Beginn des Buches noch gar nicht.

Nackt und tot von der Mutter gefunden

Alles beginnt mit dem toten Gregory. Der liegt schon mehrere Tage nackt und tot in seinem Bett, als seine Mutter ihn findet, erstickt mit einer Plastiktüte über dem Kopf. Das sieht für die Polizei - und tragischerweise auch für die Mutter - erst mal nicht aus wie Mord, sondern wie erotisch verunfallt. Als bald die nächste Leiche unter ähnlichen Umständen gefunden wird, ist für die Polizei aber klar, dass hier in London mal wieder ein Serienmörder umgeht. Sie hat aber keinen Schimmer, was die Opfer miteinander zu tun haben.

Die Polizei, das ist hier Erika Forster, eine sehr facettenreiche Hauptfigur. Sie trägt schwer an der Schuld am Tod ihres Mannes vor zwei Jahren. Damals ging ein Einsatz, den sie leitete, komplett schief. Das ändert aber nichts daran, dass sie eine brillante Ermittlerin ist, ehrgeizig und geradlinig und mit jeder Faser ihres Körpers beim Fall. Da sind ihr auch Vorgesetzte völlig egal, die mehr Interesse an der Politik haben.

Verstörende Szenen

Dazu kommen wirklich interessante Nebenfiguren. Der Pathologe zum Beispiel, mit dem Erika auch privat befreundet ist. Oder dessen höchst unsympathischer, krimischreibender Lebensgefährte. Und dann sind da noch Simone und Mary, eine Pflegerin und eine Sterbende, bei denen wir Zeugen verstörender Szenen der Projektion eigener Probleme werden. Bei all diesen Nebenfiguren habe ich irgendwann nach 70 Seiten einen starken Verdacht und hoffe die ganze Zeit, dass ich nicht recht habe …

Robert Bryndza - Night Stalker

WDR 2 Krimitipp | 03.09.2018 | 03:28 Min.

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Robert Bryndza
Night Stalker
übersetzt von Norbert Möllemann
Verlag: Penguin
ISBN-13: 978-3328101215
Preis: 10 Euro

Stand: 03.09.2018, 16:57

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