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Strafzölle: Die EU kann den Handelskrieg nicht verweigern

Ein Mitarbeiter in Schutzkleidung bearbeitet auf dem Gelände der Salzgitter AG eine Stahlpfanne.

WDR 2 Klartext

Strafzölle: Die EU kann den Handelskrieg nicht verweigern

Von Ralph Sina

US-Präsident Trump kündigt Strafzölle auf Stahl an und tönt, ein Handelskrieg sei leicht zu gewinnen. Am besten wäre es, Trumps Attacke schlicht ins Leere laufen zu lassen, doch das kann die EU nicht. Sie muss kämpfen. Ein WDR 2 Klartext von Ralph Sina.

Stell' dir vor, Trump erklärt den Handelskrieg und die EU macht einfach nicht mit. Brüssel verzichtet demonstrativ auf Gegen-Strafzölle, auf eine Klage vor der Welthandelsorganisation und entzieht sich elegant Trumps plumper Attacke.

Die EU vertraut einfach auf ihre haushoch überlegene, weil weit effizientere und produktivere Stahlindustrie. Und zeigt so dem bornierten Nationalisten im Weißen Haus, wie freier Welthandel funktioniert.

Porträt Ralph Sina

Ralph Sina

Theoretisch eine herrliche Dramaturgie für die Handels-Weltbühne. Juncker als Handels-Kriegsdienst-Verweigerer und Prophet des Freihandels - Trump in der Rolle eines durch Zölle Eingezäunten, der irgendwann feststellen muss, dass auch noch so hohe Einfuhrzölle nicht zu produktiven amerikanischen Stahlfabriken führen.

So sympathisch eine solche De-Eskalationsstrategie auch klingt, und so sehr die Rolle des Kriegsdienstverweigerers zu Juncker passen würde, so weltfremd ist diese Vorstellung. Denn Trump ist zum Handelskrieg entschlossen. Und diesem Konflikt kann sich die EU nicht entziehen.

Sie wird von Trump zum Krieg gezwungen. Sie muss ihr Gesicht zur Fratze verziehen. Es ist das Schlimmste, was ein Verbündeter der EU antun kann.

Strafzölle: Die EU kann den Handelskrieg nicht verweigern

WDR 2 Klartext | 02.03.2018 | 02:28 Min.

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Stand: 02.03.2018, 18:25