Live hören
Jetzt läuft: Heal the world von Michael Jackson

1. FC Köln: Auf dem Tiefpunkt

Peter Stöger

WDR 2 Klartext

1. FC Köln: Auf dem Tiefpunkt

Von Kerstin von Kalckreuth

Fußball-Bundesligist 1. FC Köln hat sich zum wohl unglücklichsten aller Zeitpunkte von seinem Rekord-Trainer Peter Stöger getrennt. Da ist selbst für Kölner Verhältnisse zu viel schiefgelaufen, meint Kerstin von Kalckreuth im WDR 2 Klartext.

Es ist ein Rückfall in alte Zeiten beim 1. FC Köln, und zwar in die schlechten alten Zeiten. Die Trennung von Cheftrainer Peter Stöger ist der Tiefpunkt eines sogar für Kölner Verhältnisse beispiellosen Absturzes.

Ein Absturz, der in dieser Wucht nur möglich war, weil es zu keinem Zeitpunkt ein sicheres Krisenmanagement der Vereins-Verantwortlichen gab und gibt. Nach vier Jahren voller Erfolg haben Präsident Werner Spinner und Co. im Sommer die dunklen Wolken nicht gesehen – oder nicht sehen wollen? Sie haben Ex-Sportdirektor Jörg Schmadtke nicht gestoppt, der wegen seiner dubiosen Transferpolitik für den Absturz maßgeblich mit verantwortlich ist. Die Trennung von Schmadtke kam zu spät und unglücklicherweise während der Saison.

Bei ihrer Suche nach einem neuen Sportdirektor sind die FC-Verantwortlichen auch alles andere als souverän. Die Diskussion, ob sich Hannovers Manager Horst Heldt an den FC gewandt hat mit einer Bewerbung oder ob es doch der FC war, der initiativ wurde, ist an Peinlichkeit kaum zu überbieten.

Kerstin von Kalckreuth

Kerstin von Kalckreuth

Und jetzt die Trennung von Peter Stöger, weil die Mannschaft einen neuen Impuls brauche, wie Präsident Spinner erklärte. Wenn sich der Verein schon trennt von diesem aufrechten, unaufgeregten und fachkompetenten Trainer, dann bitte zu einem früheren Zeitpunkt.

Seit Wochen deutete sich ja an, dass es in dieser Konstellation nicht zum Klassenerhalt reichen würde. Und dann bitte konsequent und mit Stil. Aber sich mit einem Trainer am Freitag darauf zu verständigen, getrennte Wege zu gehen und das bis Sonntagmittag versuchen geheim zu halten, das kann nicht gelingen. Das ist schon früher nicht gut gegangen beim 1. FC Köln.

Und sollte sich das Präsidium nicht zeitnah besinnen, in die Analyse gehen und fachkompetentes Personal für den Sportdirektoren- und den Trainer-Posten verpflichten, dann bleiben die Zeiten schlecht beim 1. FC Köln.

1. FC Köln: Auf dem Tiefpunkt

WDR 2 Klartext | 03.12.2017 | 01:54 Min.

Download

Stand: 03.12.2017, 16:39