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#metoo und Machtmissbrauch: Wo sind die Grenzen?

Demonstranten halten ein Plakat mit der Aufschrift "#METOO"

WDR 2 Arena - 12.07.2018

#metoo und Machtmissbrauch: Wo sind die Grenzen?

Seit #metoo ist es kein Tabu mehr: Viele Frauen und Männer schildern, wie sie Übergriffe auch im Berufsleben erlebt haben. Vom Chef, vom Kollegen, vom Kunden. Wie sollten wir im Job miteinander umgehen? Wann beginnt Machtmissbrauch? Diskutieren Sie mit in der WDR 2 Arena.

Es sind nicht nur Fälle, die im Mittelpunkt der veröffentlichten und öffentlichen Meinung standen wie bei Hollywood-Mogul Harvey Weinstein, Star-Regisseur Dieter Wedel und bei einem großen Unternehmen wie dem WDR - dort wurden zwei Mitarbeiter inzwischen entlassen. Vieles passiert, ohne dass darüber berichtet wird.

Wie steht es also um den Umgang miteinander am Arbeitsplatz? Wann beginnt Machtmissbrauch? Welche Rolle spielen sexuelle Übergriffe? Wie muss ein Chef im Jahr 2018 eigentlich sein? Was ist ein guter Chef? Wieviel Demokratie darf oder muss es sein, wieviel Führungskraft ist nötig? Es geht um Begriffe wie Vertrauen, Abhängigkeit, Angstfreiheit. Aber auch die Kehrseite soll nicht verschwiegen werden: Der Vorwurf, jemand habe eine(n) andere(n) sexuell belästigt oder missbraucht, kann auch eine Rufmord-Waffe sein.

Arbeitgeber-Anwalt: "Ich erlebe Machtmissbrauch von Seiten des Arbeitnehmers"

WDR 2 | 12.07.2018 | 05:11 Min.

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Schauspielerin Nina Kronjäger zur MeToo-Debatte: "System der Ungleichheit"

WDR 2 | 12.07.2018 | 04:37 Min.

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Rhetoriktrainer zur MeToo-Debatte: Die Macht der Sprache

WDR 2 | 12.07.2018 | 03:34 Min.

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Experten in der WDR 2 Arena:

Robin Büttner, Antidiskriminierungsstelle Berlin

Silke Martini, Rechtsanwältin und Mediatorin "Gender Consultings" Hamburg

Stand: 12.07.2018, 00:00

Kommentare zum Thema

6 Kommentare

  • Karin S. 12.07.2018, 19:55 Uhr

    Arbeitgeber-Anwalt. Missbrauch von Arbeitnehmern wegen Krankheit? Wenn Arbeitnehmer so massiv angegriffen werden und krank werden durch z.B. Überlastung, dann fangen die Krankheiten an, Schulterschmerzen, Rückenschmerzen, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen............................... bis zum bournout.

  • Karin S. 12.07.2018, 19:14 Uhr

    Bin seit über 35 Jahren im gleichen Betrieb. Leider folgten zwei Erbsöhne, die den Betrieb übernommen haben. Ein Chef davon versuchte den Betrieb mit immer anderen Männern .. nenne diese mal Beißer... zu führen. Chef hat selbst keine kaufmännischen Erfahrungen (tut aber so). Ich als Buchhalterin habe es vorausgesehen, dass die Firma gegen die Wand rennt. Meine Meinung war nicht erwünscht als Frau. Im Gegenteil, ich würde beschimpft, beleidigt und bedroht. Leider hatte ich es mir zu sehr zu Herzen genommen und bin schwer psychisch krank geworden. Meine Meinung: Die Chefs möchten keine Frauen in oberen Positionen haben, dann würden diese erkennen, dass es ja auch mal besser laufen könnte.

  • Fabian Kühn 12.07.2018, 19:02 Uhr

    „Ich hab den Assi“ Würden Sie das auf Ihr Auto kleben ? Da denkt doch jeder der Assi ist am Steuer, oder? Das dann mit großer Bühne verkünden und Arbeitnehmern, die eh schon negativ in der öffentlichkeit stehen, an die Fahrzeuge kleben zu lassen (rot-gelber Aufkleber) ist eine weite Klatsche für diese Arbeitnehmer. Das ist zwar kein Missbrauch! Nur eine Art Mobbing.

  • Gabriele Mensing 12.07.2018, 18:59 Uhr

    Anfang der 1990er Jahre wurde ich von meinem damaligen, fast gleichaltrigen Chef belästigt. Er berührte meinen Busen, so deutlich, dass es kein Zufall sein konnte. Ich ignorierte es damals einfach. Jahre zuvor sagte er bei einem Umtrunk den Satz : Rock me Baby , ich war die einzige Frau in der Runde. Ein anderes Mal kam er mit einem Sexualduftstoff in mein Büro und stellte sich neben mich. Es hatte etwas von Machtdemonstration, denn wir waren oft auch beruflich zu zweit alleine im Auto unterwegs, da bekam er die Zähne nicht auseinander. Es ging also nur um Machtdemonstration vor den Kollegen. Einige Zeit später wurde mir gekündigt, nachdem man mir vorher eine Assistentenstelle angeboten hatte. Das nahm ich nicht Ernst.

  • Ina 12.07.2018, 10:40 Uhr

    Hallo zusammen, ich empfinde es als sehr wichtig, weiter auf Missstände aufmerksam zu machen. Seit ich arbeite, habe ich als Frau mit Benachteiligung, Sexismus, Herabwürdigung und Minderschätzung meiner Person und Arbeit zu tun. Einmal hat ein Kollege eine Wasserflasche in mein Gesicht gehalten, die er zuvor geschüttelt hat und diese mit den Worten geöffnet: Du magst es doch sicher angespritzt zu werden. Ich hatte eine Wohnungsbesichtigung, in der der Vermieter zwinkernd meinte, es würde sich eine Möglichkeit bieten, es anders zu regeln, sollte ich die Miete mal nicht begleichen können. Von Kollegen, die nicht verstehen, dass Anfassen übergriffig ist bis zu dummen Kommentaren, ich solle mehr lächeln und mich öfter schminken, weil das besser aussehen würde. Es gibt 15 Kollegen, aber nur die Frauen sollen aufräumen oder Kaffee kochen Es fallen mir zig Beispiele ein, die mittlerweile so alltäglich sind, dass sie nicht mal ein Wimpernzucken hervorrufen.

  • Verena Schmitz-Axe 12.07.2018, 08:53 Uhr

    Vielen Dank, dass Ihr das Thema weiterverfolgt und dafür sorgt, dass es nicht versiegt. Wenngleich ich die Diskussion an der ein oder anderen Stelle für überzogen halte (ich finde es nach wie vor schön, wenn Männer MIT RESPEKT Frauen hinterherschauen und wertschätzende Kommentare zu ihrer Weiblichkeit machen) weiß ich durchaus, dass die Grenzen für jeden individuell verschieden sind. Wir müssen an vielen Stellen anpacken, um deutlich zu machen, dass es diese Grenzen im Umgang zwischen Männern und Frauen gibt. Es gibt vieles, was wir einfach so hinnehmen weil wir es gewohnt sind. So zum Beispiel Werbung auf LKW. Ich bin viel im Auto unterwegs (täglich 2 Stunden) und dabei fällt mir immer wieder eines sehr negativ auf. Sexistische, diffamierende und respektlose Abbildung von Frauen auf LKW. Ein Beispiel wieder von heute (link und Foto anbei). So etwas sollte verboten werden. Viele Grüße! http://www.haas-gtl.de eine Frau liegend die sagt: Miete mich!