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Reif für die Grundschule?

Grundschüler am ersten Schultag mit ihren Schultüten

WDR 2 Arena

Reif für die Grundschule?

Wann ist ein Kind bereit für die Grundschule? In NRW ist dies klar geregelt: Wer bis zum 30. September sechs Jahre alt wird, muss zur Schule. Eine Petition fordert nun, den Stichtag zu ändern.

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Sylvia Montanino, Initiatorin der Online-Petition, betont im WDR 2 Gespräch: "Wir möchten die Wahlfreiheit haben und selber als Eltern entscheiden können, ob der Zeitpunkt der richtige ist oder nicht." Grundsätzlich solle aber der Stichtag auf den 30. Juni vorverlegt werden. Das heißt: Kinder, die erst danach ihren sechsten Geburtstag feiern, könnten noch ein weiteres Jahr im Kindergarten verbringen. Sylvia Montanino beruft sich dabei auf Studien, die besagten, dass Kinder, die später eingeschult würden, bessere Leistungen in der Schule erbringen.

Petition gegen Einschulung Fünfjähriger

WDR 2 12.02.2019 02:58 Min. Verfügbar bis 12.02.2020 WDR 2

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Individuelle Prüfung statt starrer Stichtage

Schulreif oder noch nicht? Die Familientherapeutin Astrid Petry hält eine individuelle Prüfung für sinnvoller als starre Termine. "Manche Kinder tun sich schwer", betont sie im WDR 2 Gespräch. Sie seien überfordert, überanstrengt - unabhängig davon, ob sie nun noch fünf Jahre alt sind oder bereits sechs. Andererseits gebe es immer wieder Kinder, "die kognitiv fit sind, mit anderen gut zurecht kommen, sich gut konzentrieren können" und die sich im letzten Kindergartenjahr schlicht langweilten.

Familientherapeutin: Schulreife individuell überprüfen

WDR 2 12.02.2019 03:06 Min. Verfügbar bis 12.02.2020 WDR 2

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Expertin im Studio: Maike Westphal, WDR Bildungsredakteurin

Stand: 12.02.2019, 14:00

Kommentare zum Thema

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21 Kommentare

  • 21 Ulrike Euler 21.03.2019, 11:43 Uhr

    Geboren Juni 1953...ich wurde zu Ostern mit 5 Jahren eingeschult. Mit noch 15 Jahren - dank Kurzschuljahren - Realschulabschluss, dann 2 Jahre höhere Handelsschule. Während der Schulzeit war ich immer die Jüngste, teilweise mehrere Jahre Altersunterschied. Die zu frühe Einschulung hat jahrzehntelang meinen Werdegang negativ beeinflusst, ich habe mich immer für dumm gehalten. Zudem war ich extrem schüchtern und streng erzogen. Schule, Mitschüler, Lehrer waren für mich eine einzige Quälerei. Ich hatte fast keine Kontakte, da Mitschüler schon ganz andere Interessen, Fähigkeiten, Freiheiten hatten. Durch meine Schulzeit habe ich mich "durchgewurschtelt" - Hauptsache nicht sitzenbleiben. Erst mit Mitte 30 habe ich begriffen welche Fähigkeiten in mir stecken und habe beruflich noch Einiges nachholen können. Heutzutage ist Schulalltag noch viel anstrengender - Mobbing ist Alltag. Schulbeginn darf keinesfalls vom Alter abhängig gemacht werden.

  • 20 Michael1904 15.02.2019, 08:30 Uhr

    Früher hat man in Jahrsiebten gedacht. Mit 7 in die Schule, mit 14 in die Pubertät, mit 21 ist man erwachsen. Irgendwann mussten Kinder anstatt mit 7 mit 6 Jahren in die Schule. Jetzt gehen sie teilweise mit 5 Jahren. Die Kinder sind absolut unreif aber die Eltern sparen den Kitabeitrag. Irgendwann werden sie dann mit 4 Jahren eingeschult.

  • 19 AV 14.02.2019, 18:36 Uhr

    Meine drei Kinder waren alle kurz nach ihrem 6. Geburtstag gefühlt schulreif. Unsere Jüngste ist als August-Kind im letzten Sommer in die Schule gekommen und kommt bestens klar. Bei den Älteren (Oktober und Dezember) wurde bei der Schuluntersuchung im Herbst vor der Einschulung eher gefragt, warum sie noch nicht in der Schule sind. Für uns wäre es nie in Frage gekommen, eines der Kinder auf Antrag früher einzuschulen. Hätte es Anlass gegeben, dass sie nicht soweit gewesen wäre, hätte ich aber alles für eine Rückstellung unternommen.

  • 18 Sandra 14.02.2019, 10:03 Uhr

    Unser Sohn ist am 13.9.2011 geboren und wurde auch mit 5 Jahren eingeschult. Im Vorfeld wurde mir vom Kinderarzt, der Ergotherapeutin, den Erzieherinnen, bei der Einschulungsuntersuchung, durch die Amtsärztin und durch die Schule selber( die auch immer einen kleinen Einschulungstest machen) gesagt, dass mein Sohn noch nicht soweit ist und in der Schule Schwierigkeiten bekommen wird. Trotzdem musste er in die Schule. Er hatte anfangs wie befürchtet große Schwierigkeiten und musste am Förderunterricht teilnehmen. Mittlerweile kommt er recht gut klar und wird die Klasse auch nicht wiederholen müssen. Aber den ganzen Stress hätte ich ihm und uns gerne erspart. Ich finde dass man in solchen Fällen individuell entscheiden können sollte, ob das Kind schon in die Schule muss. Allerdings sollten da die Eltern nicht alleine die Entscheidung tragen, sondern das Kind durch einen Experten testen lassen, ob es wirklich schulreif ist.

  • 17 Klaus 13.02.2019, 17:42 Uhr

    Ich bin Ostern 1950 regelkonform mit 6 Jahren eingeschult worden. Nach wenigen Wochen bin ich ein Jahr "zurückgesetzt" und 1951 erneut - also mit 7 - eingeschult worden, weil mein Vater aus der Kriegsgefangenschaft zurückkam und er etwas von meiner Kindheit haben wollte. Der Schularzt hat mitgespielt, weil wir 45 Schüler in der ersten Klasse waren. Nach der Einschulung 1951 war ich dann der King in der Klasse. Ich konnte schon etwas lesen und schreiben, durfte anderen Schülern helfen und alles fiel mir zu. Bis zur 4. Klasse hatte ich nur einsen und zweien (und mal ne vier in Musik), ohne was dafür tun zu müssen. In den ersten beiden Jahren auf dem Gymnasium ging das so weiter, dann war mein "Vorsprung" aufgebraucht und ich hätte endlich LERNEN müssen. Weil ich aber nie gelernt hatte zu lernen, ging's mit mir stetig bergab und ich habe das Abi dann (mit einer Ehrenrunde) im Internat gerade so geschafft. Ich glaube, dass eine zu späte Einschulung auch Nachteile haben kann.

  • 16 C. Winter 13.02.2019, 17:34 Uhr

    Ich selbst, Ende August 90 geboren und 96 mit 5 eingeschult worden, finde es absolut nicht schlimm mit 5 eingeschult worden zu sein. Ich habe nichts meiner Kindheit verpasst, musste keine Klasse wiederholen, war nie überfordert oder hatte Schwierigkeiten mit den „älteren“ Kindern mitzuhalten. Ich war immer gut bis sehr gut in der Schule. Ich bin die erste Akkademikerin meiner gesamten Familie. Mein Werdegang ist auch nicht auf die zu starke Förderung seitens meiner Eltern zurückzuführen, da mein 4 Jahre älterer Bruder und ich gleich erzogen/gefördert wurden. Er hatte starke schulische Probleme und er wurde mit 6 eingeschult. Ich finde, dass die Erzieher in den KiGa mit den Eltern gemeinsam entscheiden sollten, wann ein Kind eingeschult werden sollte und nicht irgendeine Vorschrift bzw. Gebutstagsvorgabe. Kinder auf Eignung ärztlich zu testen finde ich persönlich aufgrund des Aufwandes übertrieben und die aktuelle Generation wird, finde ich, sowieso schon zu sehr vehätschelt.

  • 15 R. 13.02.2019, 17:05 Uhr

    Ich bin eine absolute Befürworterin für Rückstellung von nicht schulreifen Kindern. Wenn man dies überlegt, sollte man sich klar machen, was das Extra Kindergartenjahr leisten kann, was Schule nicht kann. Diese Ziele sollten dann auch gemeinsam mit den Erziehern erarbeitet und verfolgt werden. Dabei sollten auch die Eltern mit in die Verpflichtung gezogen werden und bei Bedarf das Jahr für Logopädie und/oder Ergotherapie nutzen. Unser Septemberkind haben wir zurückstellen lassen, weil er so verträumt ist und in Gruppensituationen eine vergleichsweise kurze Konzentrationspanne zeigt. Mittlerweile üben wir dank eines Elterntrainings in Alltagssituationen Konzentration und erfreuen uns mittlerweile an einem hochinteressierten und wachen Vorschulkind. Wunderbar! Ich frage mich, warum Eltern so wenig Entscheidungsrecht vor der Einschulung haben, während ihnen im Übergang 4/5 soviel Entscheidungsmacht gegeben wird. Es sollte genau umgekehrt sein!

  • 14 Maren K. 13.02.2019, 16:45 Uhr

    Unser ältester Sohn (im Juni geboren) hätte das Jahr Spielen im KiGa noch gut gebrauchen können( wobei er Noten mäßig immer im oberen Drittel war - nach dem Wechsel aufs Gymnasium auch weiterhin mit 1,..), von daher waren wir sehr skeptisch als unsere September Tochter mit 5 in die Schule kam - seit 2 Jahren durchweg Klassenbeste . Unsere Jüngste bald 5 langweilt sich sehr im KiGa ( Argument der Erzieherinnen: das kann man erst mit 5 , dabei ist es egal ob es ums weben, klettern in der Turnhalle, essen MIT Messer und Gabel !?!oder ähnliches geht, fragt man unseren leider einzigen Erzieher : heißt es ganz klar lass sie machen u fang sie notfalls auf. Was ich sagen möchte : es ist doch egal ob Schule mit 5,6 oder 7 traut den Kindern endlich mal was zu , damit meine ich auch alle Helikopter Mütter die ihr Kind nichtmal alleine in die Klasse laufen lassen können , vom Schulweg mal ganz zu schweigen.

  • 13 Doris 13.02.2019, 16:40 Uhr

    Unsere Tochter Johanna ist auch mit fünf eingeschult worden, ohne wirklich große Probleme. Sie ist jetzt in der 6. Klasse immer noch die jüngste! Ich muss zugeben, sie ist unsere zweite Tochter!

  • 12 Silke Soldan 13.02.2019, 16:20 Uhr

    Ich hatte eher das Problem, dass unser Sohn sowohl von uns als auch Kindergarten und Gesundheitsamt als absolut schulreif eingestuft wurde und wir Druck machen mussten, damit er mit 5 (er wurde 3 Wochen später 6) in die Schule kam. Er war im Kindergarten definitv unterfordert und es wäre falsch gewesen, ihn wegen eines Datums noch 1 ganzes Jahr zurückzustellen. Wir haben diese Entscheidung nie bereut und er hatte eine uneingeschränkte Gymnasium Empfehlung zum Abschluss. Daher bin ich der Meinung, dass Schulen in Einzelfällen kooperativer in der Beurteilung sein sollten.

  • 11 Babette 13.02.2019, 15:29 Uhr

    Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, dass es in NRW immer noch nicht möglich ist, ein Kind zurückzustellen. Jedes Kind kann vorzeitig eingeschult werden, aber ein Zurückstellen ist nur möglich, wenn erhebliche gesundheitliche Bedenken bestehen. Das erschließt sich mir absolut nicht. Ich habe 3 Kinder, die glücklicherweise alle so geboren sind, dass es nie zu Konflikten mit dem jeweiligen Stichtag kam, aber aus der Umgebung von jedem Kind kenne ich Eltern, die einschulen mussten, obwohl sie gar nicht wollten. In allen Fällen war es nicht gut für das Kind, es gibt sogar Kinder, die dann in der Grundschule eine Klasse zurückgestuft wurden, was ich für absolut nicht gut halte. Dann doch lieber noch ein Jahr länger im Kindergarten reifen. Die Schuleingangsuntersuchung ist da auch keine Hilfe, denn wenn ein Kind vor dem Stichtag geboren ist, wird es ohnehin für schulreif befunden. Es wird nur nach dem Datum geschaut, nicht danach wie die Kinder sich wirklich präsentieren.