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Robbie Williams auf der Bühne bei einem Konzert in München (26.08.2022)

Robbie Williams: König sucht Reich

Stand: 09.09.2022, 00:00 Uhr

Teil 6/6

Was ist mit der Fußballweltmeisterschaft in Katar? Sind sie vor Ort?

Ich habe es zumindest in Erwägung gezogen. Aber letztlich entscheidet das der langhaarige General – also meine Frau.

Wie denn: Stehen Sie so unter dem Pantoffel?

Nein, aber wenn sie mich zu Hause braucht oder irgendetwas Wichtiges ansteht, richte ich mich natürlich nach ihr. Insofern: Wir werden sehen. Spaß hätte ich schon daran. Und für mich als Engländer ist es auch Tradition, dass um Weihnachten herum Fußball gespielt wird – und dann noch eine richtige WM. Es ist also meine Lieblingsjahreszeit, kombiniert mit einer Weltmeisterschaft. Ich denke, ich werde vor lauter Glück explodieren.

Wird England uns auch diesmal besiegen?

Wir haben alle Chancen, was das betrifft. Wobei ich so etwas normalerweise nicht sagen würde, weil ich Realist bin und wir über Jahrzehnte hinweg viel schlechter gespielt haben, als wir eigentlich können. Aber die aktuelle Mannschaft hat einen besonderen Geist. Deshalb ist es so: 30 Jahre meines Lebens hätte ich fest darauf gewettet, dass wir bei einem Aufeinandertreffen mit Deutschland entweder in den regulären 90 Minuten verlieren oder spätestens im Elfmeterschießen. Das war so, so lange ich denken kann. Doch aktuell habe ich keine Angst mehr vor den Deutschen. Schließlich haben wir ein Finale und ein Halbfinale erreicht. Gareth Southgate ist der erfolgreichste England-Coach seit Sir Alf, und wir haben eine junge, begeisterungsfähige Mannschaft. Insofern werden wir sehen, was passiert. Ich habe aber definitiv keine Angst mehr. Und das ist sehr angenehm – ein Gefühl, dass ihr nur zu gut kennt, denn ihr seid ja immer sehr zuversichtlich, wenn eure Mannschaft den Rasen betritt. Als Engländer hatte ich dagegen immer Angst - bei jedem Spiel. OK, bei San Marino hielt sich das in Grenzen, aber wenn es gegen Kamerun, die Schweiz oder euch ging, stand für mich von vornherein fest: "Das haben wir schon verloren". Das ist jetzt nicht mehr der Fall.

Dann könnte es zum Titel reichen?

Absolut!

Das Interview führte WDR 2 Reporter Marcel Anders