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Guns n' Roses - Appetite for Destruction

Cover von Guns n' Roses, "Appetite for Destruction"

Replay des Monats August

Guns n' Roses - Appetite for Destruction

Von Helmut Brasse

Angeblich haben "Guns n' Roses" von ihrem Debüt "Appetite for Destruction" bis heute rund 30 Millionen Exemplare verkauft. Mit der Neuauflage zum 30-jährigen Jubiläum dürften nun einige Millionen dazu kommen.

Es scheint, als brauche jede Generation ihre eigenen "Rolling Stones". So genannte "Bad Boys", die jedes Rock 'n' Roll Klischee offen ausleben. Ende der 1980er Jahre übernahmen "Guns n' Roses" diese Rolle für eine Weile und füllten sie perfekt aus. Einige Bandmitglieder inklusive Axl Rose brachten bereits ein Vorstrafenregister mit. Sie waren laut Bassist Duff McKagan "5 Straßenjungs, die an ihre Träume geglaubt haben".

All ihre Energie steckten sie in ihre Musik. Und das führte zu dem sensationellen Debüt-Album "Appetite for Destruction". Es erschien bereits 1987, nahm aber erst 1988 richtig Fahrt auf, nachdem die Band Schlagzeilen machte durch ihre Auftritte und ihren exzessiven Lebensstil. Der sich letztlich zum Eigentor entwickelte. Nach und nach brach die Ur-Formation durch Drogen und andere Eskapaden auseinander. "Appetite for Destruction" ist das einzige komplette Studioalbum in der klassischen Bandbesetzung mit Axl Rose, Slash, Izzy Stradlin, Duff McKagan und Steven Adler.

Die Neuauflage als Doppel-CD bietet das Original erstmals in einer Überspielung von den analogen Stereo-Mastern. Es geht in Richtung Vinyl-Sound ohne übermäßige Kompression. Was einen Neukauf noch nicht rechtfertigen würde. Wäre da nicht die zweite CD. Sie versammelt B-Seiten, Songs der EP "Lies" sowie unveröffentlichte Sessions. Leider ohne nähere Informationen. Die Musik spricht jedoch für sich.

CD 2 enthält u.a. eine Live-Version von "AC-DC"s "Whole lotta Rosie" von 1987, was erklärt, warum Axl Rose vor kurzem dort als Sänger einsprang. Herausragend sind fünf Session-Aufnahmen von 1986. Die Band spielt hier ihre späteren Klassiker wie "Welcome to the Jungle" und "Paradise City" in ihren Urfassungen. Sie sind sparsamer arrangiert, klingen soundmäßig jedoch frischer als die bekannten Versionen. Wer noch mehr Songs aus diesen Sessions hören will, kann auf die wesentlich teureren Box-Sets zugreifen, die ebenfalls Teil dieser Neuauflage sind. Aber auch die Doppel-CD ist eine gute und ausreichende Gelegenheit, diesen Hard-Rock-Klassiker neu- bzw. wiederzuentdecken.   

Stand: 01.08.2018, 00:00