Live hören
Jetzt läuft: La cintura von Alvaro Soler

David Bowie - Welcome to the Blackout

Cover des Albums "Welcome to the Blackout" von David Bowie

Replay des Monats Juni

David Bowie - Welcome to the Blackout

Von Helmut Brasse

David Bowies "Welcome to the Blackout" war ein Highlight beim diesjährigen "Record Store Day". Das bislang unveröffentlichte London-Konzert von 1978 erschien als Dreifach-Vinyl-Album. Und weil dieses Konzert nicht nur für Vinyl-Sammler interessant ist, wird es im Laufe des Monats auch als reguläre CD-Ausgabe erscheinen.

David Bowie selbst empfand seine beiden Berliner Alben "Low" und "Heroes" immer als besonders gelungen. "Low" ist zudem das einzige Album, das er in späteren Jahren gelegentlich in voller Länge live gespielt hat. 1978 ging er mit Songs beider Alben kombiniert, mit seinen liebsten "Ziggy Stardust"-Stücken und einigen Hits auf eine ausgedehnte Welttournee.

Der Kontrast aus Elektronik und Ziggy-Songs hat damals laut Augenzeugen einige Fans überfordert. Insbesondere die Instrumentalstücke kamen nicht bei allen gut an. Aus heutiger Sicht ist das nicht mehr nachvollziehbar, zumal seine geniale Liveband all diese unterschiedliche Musik hervorragend zu verbinden wusste.

Hörbare Lockerheit

Das Album "Stage" war bislang das einzige offizielle Dokument dieser außergewöhnlichen Tour. Dabei klang es fast schon zu perfekt für eine Live-Aufnahme, obwohl laut Produzent Tony Visconti nichts manipuliert wurde. Wer aber den "Musikladen"-Auftritt von Bowie aus dieser Zeit kennt, vermisste immer die Lockerheit, die Bowie und seine Band dort zeigten.

Und die findet sich nun hörbar in den 24 Songs von "Welcome to the Blackout" wieder. "Stage" entstand auf dem US-Ableger der Tour, "Welcome to the Blackout" wurde gut zwei Monate später am Ende der Europa-Tour in London aufgenommen.

Alle sind in bester Spiellaune

Bowie und seine Band sind in bester Spiellaune. Sie schieben am letzten Abend auch noch eine erste Live-Aufführung des Hits "Sound and Vision" ein. Alle haben Spaß, und Bowie selbst zählt bei "Hang on to yourself" sogar mal einen Übergang auf Deutsch an.

Ursprünglich entstanden diese Live-Aufnahmen für einen Konzertfilm, der aber verworfen wurde. Bowie war angeblich mit der Kameraführung nicht zufrieden. Aus heutiger Sicht kann man nur hoffen, dass auch das Filmmaterial bald aus dem Archiv geholt wird. Selbst wenn es nur halb so gut ist wie diese Tonaufnahmen, wäre es eine sensationelle Dokumentation einer der besten Tourneen, die David Bowie jemals unternommen hat.

Stand: 01.06.2018, 00:00