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Welshly Arms - No Place Is Home

Cover von Welshly Arms - No Place Is Home

WDR 2 Musiktipp - 01.06.2018

Welshly Arms - No Place Is Home

Von Oliver Rustemeyer

Wer Welshly Arms vor knapp einem Jahr beim exklusiven WDR 2 Radiokonzert gesehen hat, weiß, dass es sich hier um keine kurzfristige Modeerscheinung handelt. Ihre geballte Energie, Leidenschaft und Wucht hat die Band nun auf dem Album "No Place Is Home" konserviert.

Welshly Arms - Legendary

WDR 2 Musik | 01.06.2018 | 00:29 Min.

Welshly Arms - Sanctuary

WDR 2 Musik | 01.06.2018 | 00:25 Min.

Welshly Arms - Unspoken

WDR 2 Musik | 01.06.2018 | 00:26 Min.

Wer den ESC inklusive Halbfinale verfolgt hat, wird bemerkt haben, dass es noch junge Musiker gibt, die Einfluss haben. Nicht nur der Österreicher Cesar Sampson nahm Bezug auf die erfolgreichen Bemühungen des Rag 'n' Bone Man und Welshly Arms, Soul, Blues und Gospel mit modernen Mitteln für neue Generationen aufzutauen. Und wer eben jene Welshly Arms vor knapp einem Jahr beim exklusiven Radiokonzert von WDR 2 gesehen hat, weiß, dass es sich hier um keine kurzfristige Modeerscheinung handelt. Damals floss im Sendesaal des Funkhauses der Schweiß literweise. Ihre geballte Energie, Leidenschaft und Wucht hat die Band nun endlich auf dem Album "No Place Is Home" konserviert.

Legendsanctuary

Nicht ihr erstes. Das Debüt der Musiker aus Cleveland (Ohio) erschien bereits 2015. Doch eigentlich fing ihre Erfolgsgeschichte erst im vergangenen Jahr an, als man sich mit "Legendary" weltweit Gehör verschaffte. Kein One-Hit-Wonder. Das deutete der Nachfolger "Sanctuary" zuletzt schon an. Gut, die musikalischen Übergänge sind in diesem Fall fließend, für manche sogar deckungsgleich. Und das liegt nicht nur am vergleichbaren Klang der beiden Songtitel. Wer die Singles mag, wird jetzt auch auf Albumlänge kein Haar in der Suppe finden. Mag man "Legendary", mag man alle anderen Songs.

Kein Druckabfall

Klar, Welshly Arms weichen da nicht sehr von ihrem Weg ab. Das synthetisch-verhaltenere "All For Us" und das vergleichsweise zurückhaltende "Unspoken" zum abschließenden Luftholen sind da die Regel bestätigende Ausnahmen. Letzteres kommt aber auch nicht ohne wuchtige Drums aus. Die Amerikaner können eben nicht anders, nicht ohne Druck.

Die glorreichen Sechs

"No Place Is Home" ist ein  Kraftakt. Euphorie, Pathos, fliegende Fahnen. Gleich zu Beginn ("All The Way Up") reiten die glorreichen Sechs um 12 Uhr mittags ein. Es bleibt beim Hang zu großen Gesten und Theatralik. Im größenwahnsinnigen "Love Of The Game" marschieren sie wie Gladiatoren in die Arena, die eigentlich eine Kirche ist. Und nicht nur der Bolzen "Down By The River" trägt dick auf. Sam Getz und sein Background-Ehepaar singen mit Leidenschaft und Inbrunst, als ginge es um ihr Leben. Und das ist eine einzige Gospel-Messe. "No Mercy" schallt es da in "X". Schwülstig und immer bis zum Anschlag - an der Orgel wie im Chor. Eine Schicht geht immer noch drauf. Nicht kleckern - klotzen. Nach einer guten Dreiviertelstunde ist die Messe dann gelesen.  Hallelujah.

Welshly Arms - No Place Is Home
1.All The Way Up
2.Indestructible
3.Sanctuary
4.How High
5.All For Us
6.Down To The River
7.Locked
8.Hammer
9.Legendary
10.X
11.Wild
12.Love Of The Game
13.Unspoken

Stand: 01.06.2018, 00:00