Tim Bendzko – Filter

Das Cover vom neuen Album von Tim Bendzko - Filter

Tim Bendzko – Filter

Von Oliver Rustemeyer

Wer beim Wort "Filter" an Reduktion denkt, liegt falsch. Tim Bendzkos viertes Studioalbum ist sein opulentestes. Selten zuvor war der 34-Jährige lebhafter und euphorischer.

"Filter" ist eine heftige Gegenreaktion auf den introvertierten, minimalistischen Vorgänger "Immer noch Mensch", auf Wohnzimmerkonzerte und klassische Singer-Songwriter-Vergangenheit an Akustikklampfe und Balladenpiano.

Einmarsch mit Chören

"Es fällt mir heute viel leichter eine Uptempo-Nummer zu schreiben als vor zehn Jahren", gibt Tim Bendzko zu. "Da war das unmöglich, weil ich immer langsamer geworden bin beim Schreiben. Am Ende ist es dann wieder eine Ballade geworden." Die sind nun allerdings eher die Ausnahme. Der gebürtige Ostberliner lässt sich von Gast-Rapper Kool Savas pushen ("Nicht genug"), mit Power und Wucht auf Englisch vom belgischen Duettpartner Milow unterstützen ("Freier Fall") und beim Einmarsch mit fliegenden Fahnen von Chören begleiten ("Jetzt bin ich ja hier").

Gesunde Aufputschmittel

Gerade die für ihn vor zwei, drei Jahren noch eher befremdlich anmutenden Beats des Münchener Produzenteams Trouvas symbolisieren hier Aufbruchsstimmung und neues Selbstbewusstsein, sind gesunde Aufputschmittel gegen zuletzt stellenweise kritisierte Wehleidigkeit und notorisches Hadern.

Höher – schneller - weiter

Der neue Tim Bendzko wirkt aufgedreht und aufgekratzt ("Vielleicht"), steckt voller Energie und Motivation und pushte mit dem rastlosen "Hoch" im ZDF Leichtathleten bei der WM vor wenigen Wochen zu Höchstleistungen. Gut möglich, dass ihm das nun auf Albumlänge auch mit weniger durchtrainierten Hörern gelingt.

Tim Bendzko – Filter
TrackTitelname
1.Jetzt bin ich ja hier
2.Dieses Herz
3.Nicht genug
4.Nur wegen dir
5.Für immer
6.Hoch
7.Laut
8.Trag Dich
9.Freier Fall
10.Nie mehr zurück
11.Vielleicht
12.Leise
13.An deiner Seite

Stand: 18.10.2019, 10:39