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Joris - Schrei es raus

Cover von Joris: Schrei es raus

WDR 2 Musiktipp - 09.10.2018

Joris - Schrei es raus

Von Marc Mühlenbrock

Vor drei Jahren überraschte ein junger Mann aus Vlotho in Ostwestfalen mit einem gefühlvollen Song. "Herz über Kopf" sprach vielen aus dem Herzen. Sprung ins Jahr 2018: Seit April hat uns Joris das ganze Jahr über, Monat für Monat, neue Songs vorgestellt, die nun wichtige Mosaiksteine seines zweiten Albums "Schrei es raus" sind.

Joris - Rom

WDR 2 Musik | 09.10.2018 | 00:30 Min.

Joris - Das sind wir

WDR 2 Musik | 09.10.2018 | 00:28 Min.

Joris - Kommt schon gut

WDR 2 Musik | 09.10.2018 | 00:30 Min.

Joris hat sich mit dem neuen Album verändert – er ist positiver geworden. Wo er beim letzten Album noch oft "Hoffnungslos Hoffnungsvoll" war – so ja auch der Titel seines Debüts – scheint es, als würde er diesmal tatsächlich fest an bessere Zeiten glauben.

Er ist auch nicht mehr so passiv, "Schrei es raus" soll eine aktive Gefühlsbekundung sein: sich den Ärger rausschreien, schreien vor Glück. Mit einem positiven Song geht das Album los: In "Kommt schon gut" singt er "Was immer auch kommt, es kommt schon gut".

Vielseitig und Überlebensgroß

Dass dieser Auftakt für Joris recht rockig ist, ist auch exemplarisch fürs Album. Es hat mehr Gitarren, ist insgesamt vielseitiger instrumentiert als das Debut und "fetter" produziert. Die Hymnen sind überlebensgroß, die Refrains eingängig – leider hat Joris auf ein paar Kanten verzichtet. Der interessanteste Moment ist das Ende von "Das sind wir": Der Song bricht einfach mittendrin ab -  mehr Indie, mehr Alternative wird's nicht.

Trigger-Texte

In seinen Texten zündet Joris die Leuchtfeuer an, fühlt den Wind in den Haaren und tanzt in Zeitlupe – die Songs sind voll beladen mit Wohlfühl-Floskeln. Aber damit triggert er schöne Erinnerungen und melancholische Gefühle oder zeichnet schöne neue Bilder in die Köpfe von ganz vielen Menschen da draußen – und Joris will eben viele Menschen erreichen. Das gelingt ihm mit einsamen Akustik-Gitarren-Songs und großen Hymnen, die ein Zusammengehörigkeitsgefühl erzeugen. Das Album pendelt zwischen diesen beiden Gefühlen.

In Italien und Spanien

Wenn man sich die Geschichte des Albums anschaut, wird offensichtlich, wo diese Gefühle herkommen. Joris hat sich nach dem Mega-Erfolg des Debüt-Albums erst allein in den italienischen Winter aufgemacht, um dort Songs zu schreiben. Danach ging‘s mit Freunden nach Spanien, Joris hat viel Musik gemacht an lockeren Frühlingsabenden. Mit dabei auch sein kongenialer musikalischer Partner, Keyboarder und Produzent Constantin Krieg. Perfekt zusammen bringt beide Extreme die Single "Rom". Ein Stück, das ganz langsam und zart beginnt und sich dann aufbaut zu einer Hymne mit Mitsing-Chören. Interessanterweise lag dieses Stück schon seit dem letzten Album in Joris’ Schublade, erst jetzt hat er die zündende Idee gehabt, wie er es zu Ende bringt. Ein großes Finale dieses Albums.

WDR 2 Musiktipp: Joris - Schrei es raus

WDR 2 | 09.10.2018 | 03:29 Min.

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Joris: "Wir wollten, dass etwas Neues entsteht"

WDR 2 | 05.10.2018 | 05:16 Min.

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Joris - Schrei es raus
1.Kommt schon gut
2.Du
3.Schrei es raus
4.Signal
5.Unerreichbar weit
6.Feuerwesen
7.Glück auf
8.In Zeitlupe
9.Magneten
10.Im Gegenwind
11.Das sind wir
12.Rom
13.In all den Augen

Stand: 09.10.2018, 13:38