Live hören
Jetzt läuft: Polaroid von Jonas Blue /Liam Payne /Lennon Stella

Benjamin Biolay - "Grand Prix“

Benjamin Biolay - "Grand Prix“

Von Hanna Sophie Lüke

Benjamin Biolays neuntes Studioalbum ist eine Hommage an Rennwagen, die Schnelligkeit und Vergänglichkeit des Lebens, und natürlich die Liebe. Alles garniert mit einer ordentlichen Prise Rock.

Cover von Benjamin Biolay, Grand Prix, in einer Grafik von WDR 2

Seit seinem Debüt „Rose Kennedy“ 2001 gilt der aus Villefranche-sur-Saône bei Lyon stammende Benjamin Biolay als Erneuerer des französischen Chansons, wird mit Serge Gainsbourg oder Jacques Brel verglichen.

Musikstilistisch bricht Benjamin Biolay aber mit diesem Genre und orientiert sich auf seinem neuen Album „Grand Prix“ bei britischen und amerikanischen Rockbands.

Wie geht es deinem Schmerz?

Auf seinen Alben experimentiert Benjamin Biolay gerne mit dem gängigen Sound des „Chanson“, wie zum Beispiel in „Volver (2017)“ mit südamerikanischen Klängen.

Auf seinem neuen Album „Grand Prix“ holt er sich Inspiration bei britischen und amerikanischen Bands wie The Strokes oder Teenage Fanclub, bleibt dabei aber textlich und gesanglich dem Stil des französischen Chansons treu: Vor allem durch seine raue, tiefe Stimme und seine intimen Erzählungen von Liebe, Schmerz, Vergänglichkeit.

„Comment est ta peine?“ - „Wie geht es deinem Schmerz?“ - fragt Benjamin Biolay seine Ex-Geliebte im gleichnamigen Song, und antwortet: „La mienne s’en vient, s’en va“ - „Meiner kommt und geht.“

Diese Melancholie und die Anerkennung der Realität, von Schmerz, Verlust und Einsamkeit sind charakteristisch für französische Chansons. Bei Biolay sind die Themen dabei gespickt durch Auto- und Rennbahn-Metaphern - denn er ist großer Formel 1-Fan.

Grand Prix - der große Preis der Liebe

Der Albumtitel „Grand Prix“ verweist auf das gleichnamige Album der schottischen Alternative-Rockband „Teenage Fanclub“. Das Album-Cover von „Grand Prix“ zeigt Benjamin Biolay am Rande einer Rennbahn auf einem Reifen sitzend, im Hintergrund ein Formel 1-Pilot in Flammen.

Das Bild ist eine Hommage an den Film „Grand Prix“ von John Frankenheimer aus dem Jahr 1966, das Album insgesamt auch eine Liebeserklärung an Formel 1 und Ferrari.

„Ich bin nie deinen schönen Ferrari gefahren“ singt Biolay im Titelsong „Grand Prix“, der sich auf das Formel 1-Unglück beim Großen Preis von Japan in Suzuka bezieht: Der 25-jährige Formel 1-Pilot Jules Bianchi ist 2014 bei diesem Rennen verunglückt.

Nostalgisches Retro-Album - mit Blick in die Zukunft

Leben und Tod liegen oft nah beieinander - auch darum geht es in „Grand Prix“. Zum Ausklang des Albums dann ein futuristischer Ausblick mit „Virtual Safety Car“ und leichtere, funkig-angehauchte elektronische Klänge in den beiden folgenden Songs.

Vielleicht ein Hinweis darauf, wie die Reise von Benjamin Biolays „nouvelles chansons“ in Zukunft weitergeht.

Benjamin Biolay - „Grand Prix“
TrackTitelname
1.Comment est ta peine?
2.Visage pâle
3.Idéogrammes
4.Comme une voiture volée
5.Vendredi 12
6.Grand Prix
7.Papillon noir
8.Ma route
9.Virtual safety car
10.Où est passée la tendresse ?
11.La roue tourney
12.Souviens-toi l’été dernier
13.Interlagos (saudade)

Stand: 03.07.2020, 14:00