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U2 in der Kölner Arena: Wuchtige Show

U2 in der Kölner Arena (04.09.2018)

WDR 2 präsentiert

U2 in der Kölner Arena: Wuchtige Show

Von Sascha Kinzler

Groß war das Zittern im Vorfeld: Würde die Stimme von U2-Frontmann Bono wie angekündigt rechtzeitig zum Kölner Gig wieder auskuriert sein? Der Sänger selbst war zuversichtlich – und rund 20.000 Fans warteten gespannt.

U2 in der Kölner Arena

Wuchtige Show

U2 in der Kölner Arena (04.09.2018)

U2 in Köln

U2 in Köln

U2 in Köln

U2 in Köln

U2 in Köln

U2 in Köln

U2 in Köln

U2 in Köln

Mit den zaghaften Worten "I’m sorry" ertönte um 20:28 Uhr eine Stimme aus den Lautsprechern der ausverkauften Kölner Arena, und sofort war die Unsicherheit bei den Fans zurück. "Oh nein, was heißt das?" fragte ein Mann laut in die Innenraum-Runde. Seine offensichtliche Befürchtung: Es handele sich um den Beginn einer Konzert-Absage. Zum Glück war dies, wie man bald merkte, jedoch der reguläre Anfang des von WDR 2 präsentierten ersten Kölner U2-Gigs. Es war nicht Bonos Stimme, die sprach, sondern die Charlie Chaplins.

U2 in Köln: "Hammershow, Hammerbühne"

WDR 2 05.09.2018 03:40 Min. WDR 2

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Die Stimme hält, was Bono Vox versprach

Was man hier hörte, war die Schlussrede aus "Der große Diktator", unterlegt mit Bildern unter anderem von den Zerstörungen in Köln und Berlin im Zweiten Weltkrieg. Und mit Berlin hatte auch die Verunsicherung im Publikum zu tun: Ausgerechnet beim Auftakt der 2018er "Experience & Innocence"-Europa-Tournee, beim zweiten Hauptstadt-Konzert am Samstag, hatte der U2-Sänger seine Stimme verloren. Zwar hatte Bono am Sonntag auf der Band-Homepage geschrieben, dass er für den Rest der Tour mit voller Stimme zurückkehren werde. Doch konnte der auch früher schon unter Stimmproblemen (z.B. Sarajevo 1997) leidende Bono sich wirklich innerhalb von zwei Tagen für Köln kurieren? Soviel vorneweg: Er konnte!  

Fans konnten durchatmen

Das zeigte sich schon bei "Lights of Home". Genauer, beim prägnanten und energievollen "Hey-he-he-hey now" im Refrain war klar: Die rund 20.000 in der Halle durften sich entspannen, denn Paul David Hewson würde seinem Künstlernamen Bono Vox alle Ehre machen. Und das tat er wirklich: 23 Songs lang zeigte sich der 58-jährige Ire in Hochform, sang unter anderem acht der dreizehn Songs vom jüngsten Studioalbum "Songs of Experience" sowie zwei Lieder vom Vorgänger. Dabei meisterte er problemlos "Pride" ("In The Name Of Love") sowie das ähnlich anspruchsvolle "Acrobat" und ließ auch noch weitere U2 Klassiker glänzen.

Wuchtige Show mit Erweiterter Realität

Apropos "Acrobat": In der Show traf man viele alte Bekannte in State-of-The-Art-Version. So zum Beispiel vor dem erwähnten Lied, als Bono in seiner  diabolischen MacPhisto-Rolle eine Rede hielt – der Sänger selbst war nicht übermäßig geschminkt, doch auf  der Leinwand verwandelte sich sein Gesicht mittels digitaler "Erweiterte Realität"-Effekten immer wieder in eine Horror-Teufelsfratze. Auch die über dem Steg schwebende, halb-transparente und begehbare Leinwand der letzten Tour war wieder dabei, jedoch wesentlich größer und um ein vielfaches hochauflösender als 2015. Nach rund zweieinviertel Stunden beendete das Rock-Quartett eine wuchtige, ebenso bild- wie soundgewaltige Show. Hoffentlich gibt es beim zweiten, ebenfalls ausverkauften Konzert in Köln ebenfalls ein "I’m sorry" nur von Charlie Chaplin.

Setliste
1. The Blackout
2. Lights of Home
3. I Will Follow
4. Red Flag Day
5. Beautiful Day
6. The Ocean
7. Iris (Hold Me Close)
8. Cedarwood Road
9. Sunday Bloody Sunday
10. Until the End of the World
11. Elevation
12. Vertigo
13. Even Better Than the Real Thing
14. Acrobat
15. You're the Best Thing About Me
16. Summer of Love
17. Pride (In the Name of Love)
18. Get Out of Your Own Way
19. New Year's Day
20. City of Blinding Lights
21. One
22. Love Is Bigger Than Anything in Its Way
23. 13 (There Is a Light)

Stand: 05.09.2018, 07:47